Sonderausstellung im Museum

Zeppelin ziert den Weihnachtsbaum

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Ausstellungsorganisator Jens Schenkenberger (li.) mit Hanspeter Härtig (mitte) und Manfred Poznanski (re.) vom Verein für Zeppelinluftschifffahrt vor Zeppelin-Modellen

Neu-Isenburg - Wer hat schon mal Zeppeline gesehen, die man an den Weihnachtsbaum hängen kann? Diese und weitere interessante Exponate – von Spielzeug-Luftschiffen über Zeppelin-Kitsch bis hin zu maßstabsgetreuen Modellen – zeigt die neue Ausstellung „Luftschiffminiaturen“ im Zeppelinmuseum.

Dieser Salz- und Pfefferstreuer ist definitiv zu schade, um ihn sich auf den Esstisch zu stellen: Deshalb hat das schmucke Exemplar, das etwa aus dem Jahr 1930 stammt, ja auch derzeit einen Platz in einer Vitrine des Zeppelinmuseums bezogen. Es hat die Form eines Zeppelins, die Ränder goldverziert, und eine Ansicht der Bodenseestadt Radolfzell am See als Verzierung.

Es ist nicht das einzige sehenswerte Stück in dieser Vitrine: Daneben liegt ein kitschig wirkender Miniatur-Zeppelin, von dem bereits der Lack etwas abgeplatzt ist. „Den gab es mal als Weihnachtsbaumschmuck, wohl so um das Jahr 1910“, erklärt Jens Schenkenberger vom Verein für Zeppelin-Luftschifffahrt.

Ganz frei steht dagegen ein „Zeppelin“ als Tretauto in Form eines Goodyear Blimps aus den USA. Nicht minder beeindruckend ist der maßstabsgetreue Bausatz des Gerippes von LZ 127 Graf Zeppelin aus Japan. Je nach Kulturkreis waren die „Spielzeugausführungen“ der Miniaturzeppeline mehr oder weniger bunt, mehr oder weniger praxistauglich – dafür oft umso dekorativer.

Luftschiffe zogen schon immer die Menschen in ihren Bann. Mit großem materiellem Aufwand wurden riesige „fliegende Zigarren“ konstruiert – nur um wenige Menschen oder vergleichsweise geringe Lasten über weite Strecken transportieren zu können. Doch ihr Anblick, wenn sie nahezu lautlos über die Landschaften und Meere schwebten, begeisterte nicht nur ihre Erbauer, sondern mehr noch all jene Menschen, die sich wohl nie eine solche Fahrt hätten leisten können.

Somit erwuchs der Wunsch der auf dem Erdboden Verbliebenen, zumindest als Miniatur einen solchen Zeppelin zu besitzen. Diesen Wünschen kam die Spielzeug-, aber auch die Dekorationsindustrie gerne nach. Welche Fantasien dabei umgesetzt wurden, das zeigt derzeit die neue Ausstellung „Luftschiffminiaturen“ im Zeppelinheimer Museum.

„Nach so vielen technischen Themenausstellungen und Vorträgen wollten wir mal eine Abwechslung und etwas für das Auge und das Herz von Zeppelin-Fans zeigen“, erklärt Schenkenberger die Hintergründe der Ausstellung. „Ja, manches ist wirklich Kitsch, aber es wurde geliebt und gekauft, andere Zeppelin-Miniaturen waren sogar praktisch, wie dieser Salz- und Pfeffersteuer, sogar mit Zahnstochern“, beschreibt der Organisator der Ausstellung das Spektrum der gezeigten Exponate. Diese stammen aus Quellen auf der ganzen Welt. Und veranschaulichen in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen und Farben, wie die Faszination „Zeppelin“ große und kleine Bewunderer rund um den Globus in ihren Bann zog – und immer noch zieht.

Mit dem Zeppelin über den Bodensee fliegen

„Man spricht ja gerne vom Kind im Manne, das immer noch spielen möchte, doch hier kommen Faszination und Begeisterung auf einer Ebene zusammen, die alle anspricht – sogar Frauen“, meint Jens Schenkenberger etwas scherzhaft.

Und so stehen Groß und Klein bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung voller Bewunderung vor den Schaukästen und betrachten die recht unterschiedlichen Exponate. „Genau dafür haben wir diese Ausstellung gemacht“, betont Schenkenberger und hofft auf viele Besucher.

Die Ausstellung ist bis zum 17. Februar zu den Öffnungszeiten des Museums (freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr) zu sehen. Beim Eintritt gilt nach wie vor: „Zahle, was du willst“.

Am Samstag, 15. September, bietet das Museumsteam einen Luftschiff-Propeller-Workshop für Kinder (sechs bis zehn Jahre) an. Dafür ist eine Anmeldung erforderlich (Tel.: 06102 747411). ( lfp)

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