Hausbesuch

Zum Bummeln in die Kleinmarkthalle: Neu-Isenburger Bürgermeisterkandidat Thilo Seipel im Portrait

Kandidat im Grünen: „Wir lieben das Naturbelassene, weniger das Aufgeräumte und perfekt Geschnittene“, erzählt Thilo Seipel.
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Kandidat im Grünen: „Wir lieben das Naturbelassene, weniger das Aufgeräumte und perfekt Geschnittene“, erzählt Thilo Seipel.

Thilo Seipel geht für die FDP ins Rennen um das Amt des Neu-Isenburger Bürgermeisters. Am liebsten verbringt er Zeit in seinem Garten.

Neu-Isenburg – Schon im Vorgarten summt und brummt es ohne Unterlass, auch im Grün hinter dem Haus finden Insekten eine regelrechte Wellnessoase. „Wir lieben das Naturbelassene, weniger das Aufgeräumte und perfekt Geschnittene“, erzählt Thilo Seipel. Schließlich sei der Garten während der Sommertage der liebste Wohnraum. Dort sind dann auch zum Teil die Ideen entstanden, mit denen der 44-Jährige in den Bürgermeister-Wahlkampf gezogen ist.

Denn Seipel, Fraktionsvorsitzender der FDP, will es noch mal wissen. Bereits im Jahr 2015 war er als alleiniger Mitbewerber des jetzigen Bürgermeisters Herbert Hunkel angetreten. Die Wahl hatte er zwar verloren, aber mit einem respektablen Ergebnis abgeschlossen. Nun tritt er als Unabhängiger an.

Noch kurz vorm Wahltermin hat sich Thilo Seipel ein paar Tage Auszeit in Österreich gegönnt. „Es war schön in den Bergen, aber wir fahren auch gerne an die Nordsee“, erzählt er. Schließlich gibt es eine familiäre Verbindung in Richtung Küste. Seipels Ehefrau Inga Mielmann-Seipel stammt aus Bremen. Kennengelernt haben sich die beiden in Rostock an der Universität. Dort hat der Bewerber um das Amt des Verwaltungschefs Betriebswirtschaft studiert. „Den Studienort habe ich mir bewusst ausgesucht, ich war irgendwie neugierig darauf“, erzählt er. So neugierig wie auf viele andere Facetten des Lebens. „Ich habe mehrere Hauptrichtungen gewählt, um möglichst viel Wissen zu sammeln.“ Das sei bei den heutigen Abschlüssen oft nicht mehr möglich. „Das Studium ist inzwischen arg verschult, sodass leider am Ende manchmal die Erfahrungen und der Weitblick fehlen.“

In Groß-Gerau geboren und in Darmstadt aufgewachsen, ist Thilo Seipel der Region sehr verbunden, ist bekennender Fahrradfahrer und Nahverkehrsnutzer. Seit dem Jahr 2002 ist er beim Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen beschäftigt und dort verantwortlich für die Planung und den Personaleinsatz der Prüfstelle. Außerdem wirkt er seit einigen Jahren als ehrenamtlicher Schöffe. Vor fast 15 Jahren hatte es das Paar auf Wohnungssuche nach Neu-Isenburg verschlagen. Schon lange ist die Stadt für die Seipels aber viel mehr als ein Wohnort. „Wir wurden von Anfang an gut aufgenommen und sind schnell Teil von Neu-Isenburg geworden.“ Neben dem Wohnviertel, das rundum gewachsene Strukturen biete, seien immer wieder die Menschen wichtig. Seipel stellt fest: „Ich brauche Begegnungen und hier treffe ich immer jemanden zum Reden.“ Ebenso von Bedeutung sei die Lage der Stadt mit der Möglichkeit, überörtliche Angebote zu nutzen. So ist das Ehepaar Seipel in der Kleinmarkthalle in Frankfurt und auf dem Wochenmarkt in Offenbach anzutreffen. „Dort kaufen wir die Zutaten für unsere Mahlzeiten, wobei die Zubereitung dann eher meiner Frau vorbehalten ist“, berichtet der Kandidat. Kochen sei nicht gerade eine seiner Leidenschaften, gesteht er ein. „Aber ich bin immer für alle Hilfsdienste zu haben, ich kann Zwiebeln schneiden, ohne zu weinen und gut Kartoffeln schälen.“

Seiner offenen Haltung den Mitmenschen folgend, ist Seipel in zahlreichen Isenburger Vereinen aktiv und vor allem in der Kunst- und Kulturszene zu Hause und bei entsprechenden Veranstaltungen anzutreffen. Er sei überzeugt, dass jegliche Art von Kunst dem Menschen zur Besinnung verhelfe. „Das ist der Kit unserer Gesellschaft und darf keinesfalls eingeschränkt werden.“ Gleiches gelte für die Vereinsarbeit, die in Pandemiezeiten wichtiger denn je sei. „Es geht vor allem darum, mit anzupacken, das ist manchmal bedeutender als einen Mitgliedsbeitrag zu zahlen.“ Was Seipel ein bisschen bedauert, ist, dass er sein Engagement in der Chorarbeit nicht ausbauen kann. „Ich singe wirklich gerne, es fehlt mir nur die Zeit für die regelmäßigen Proben.“

Sollte er es tatsächlich auf den Chefsessel im Rathaus schaffen, will Seipel sich mit einem „verstärkten Managementansatz“ erst einmal einen Überblick verschaffen, Gespräche führen und den Austausch suchen. (Barbara Scholze)

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