Zwei Millionen für Hauptstützpunkt

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Drei neue Fahrzeughallen (vorne) und ein überdachter Bereich für zwei Stellplätze (rechts im Bild) sollen bis Ende August neben den jetzigen Hallen entstehen. Ab Herbst werden zudem neue Schulungsräume gebaut.

Neu-Isenburg - Der große Kran neben dem Schlauchturm signalisiert es weithin sichtbar: An der Feuerwache in der St.Florian-Straße wird kräftig gebaut. Der Hauptstützpunkt West, dessen Zuständigkeitsbereich - neben Neu-Isenburg - von Heusenstamm über Dreieich und Langen bis nach Egelsbach reicht, platzt nämlich aus allen Nähten. Von Ullrich Luggen-Hölscher

Für gut zwei Millionen Euro werden deshalb zusätzliche Fahrzeughallen und Schulungsräume geschaffen - nachdem die Stadtverordneten, wie berichtet, mit „Bauchschmerzen“ unerwartete Mehrkosten von rund 260 000 Euro abgesegnet hatten.

Seit März , April wird gebaut, wir wollen bis Ende August mit der Hallenerweiterung fertig sein“, so Stadtbrandinspektor Stefan Werner , der gestern die Bauten im Einzelnen vorstellte. Für das zweite September-Wochenende will die Freiwillige Feuerwehr dann zu ihrem Tag der offenen Tür einladen und den Bürgern „die erweiterte Wache“ präsentieren.

Neben den bisherigen sollen drei neue Fahrzeughallen sowie ein überdachter Bereich mit zwei weiteren Stellplätzen für Einsatzwagen auf insgesamt 1200 Quadratmetern entstehen. Kostenpunkt: 940 000 Euro.

Auf 320 Quadratmetern werden dann ab Herbst in einem weiteren Bauabschnitt für 1,1 Millionen Euro neue Schulungsräume, Stuhllager, Büro und Fitness-Raum errichtet. „Davon sind 800 000 Euro aus Bundesmitteln im Rahmen des Konjunkturprogramms“, so Erster Stadtrat Herbert Hunkel.

Wir wollen die bisherige Zusammenarbeit der Feuerwehren entlang der so genannten B 3-Schiene noch verstärken und gemeinsame Ausbildungsveranstaltungen mit den Kollegen aus Dreieich und Langen durchführen - etwa in den Bereichen Chemie-Schutzanzüge, technische Rettung bei Lkw -Unfällen und Türöffnung in Notfällen. Das spart Zeit und Ausbilder“, so der Stadtbrandinspektor. Bisher stehe nur ein Schulungsraum zur Verfügung, so dass man in Fahrzeughallen habe ausweichen müssen. Auch bei selten genutzten Geräte werde man sich gegenseitig ergänzen, so dass nicht jede Wache die sonst nötige zweifache Ausstattung mit den Geräten haben müsse.

Dass Ausbildung und Schulung, für die von den Feuerwehrleuten vergangenes Jahr rund 7640 ehrenamtlich Stunden neben den Einsätzen (5190 Stunden) geleistet wurden, lebenswichtig sind, macht auch die Einsatzstatistik für 2008 deutlich.

Zwar deutlich weniger als im Sturm - und Unwetterjahr 2007, aber dennoch insgesamt 474 Mal rückten die Wehren der Kernstadt und Zeppelinheims zu 192 Brandeinsätzen sowie 282 Hilfeleistungen aus.

Die Stärke der Einsatzabteilung ist konstant geblieben: In beiden Wehren sind zusammen 127 Blauröcke, darunter zehn Frauen, aktiv; 105 in der Kernstadt - davon neun hauptamtlich - und 22 in Zeppelinheim. Gut die Hälfte sind zwischen 27 und 40 Jahre alt.

Die Jugendfeuerwehr ist eine 30-köpfige Truppe mit zwei Mädchen und 28 Jungen. Die „Personalentwicklung“ beim Nachwuchs war in den vergangenen Jahren leicht rückläufig. Deshalb wurden das Eintrittsalter von zwölf auf zehn Jahre gesenkt und die Mitgliederwerbung intensiviert. Hunkel: „Wir würden uns freuen, wenn noch weitere Mädchen und Jungen diese tolle Truppe verstärken würden.“

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