Lärmschutz und Umbau der Anschlussstelle verschoben

A3-Ausbau nicht „vordringlich“

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Der Anschluss Obertshausen / Heusenstamm der A3. Die Geräuschkulisse dürfte die Stadt noch lange Jahre beschäftigen.

Obertshausen - Lärmschutz, Ausbau der Anschlussstelle Obertshausen: Die Antworten auf solche Forderungen waren bislang stets verbunden mit der Umsetzung des Plans, die Autobahn 3 auf acht Spuren zu erweitern, Doch dies rückt nun in noch weitere Ferne. Von Claudia Bechthold 

Frühstens im Jahr 2030 könne man mit dem Ausbau der A3 rechnen, hatte SPD-Chef Helmut Hiepe schon vor Wochen gemutmaßt. Dass das möglicherweise auch noch viel zu früh ist, zeigt sich jetzt. Im gerade veröffentlichten Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan (BVWP) des Bundesverkehrsministers wird dem Ausbau der A3 zwischen Offenbacher Kreuz und Hanau auf acht Spuren nur ein „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ zugebilligt. Damit ist diese Maßnahme raus aus dem „vordringlichen Bedarf“ – zurückgestuft. So dürfte auch das Jahr 2030 verstreichen, ohne dass sich irgendetwas an der A3 tut.

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„Das ist gar nicht gut“, meint dazu Heusenstamms Bürgermeister Halil Oztas. Und, man müsse jetzt prüfen, was die Stadt tun kann, um diese Planung eventuell noch zu ändern. Etwas gelassener reagiert Obertshausen Bürgermeister Roger Winter. Obwohl dort die Eröffnung des neuen Paketzentrums der DHL vor der Tür steht. „Die haben selbst kein Interesse daran, dass ihre Fahrzeuge im Stau stehen“, versichert Winter nach einem Gespräch mit Vertretern der DHL in diesen Tagen. Auch im Hessischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr will man versuchen, die Rückstufung wieder rückgängig zu machen. „Wir erhalten die genauen Bewertungsergebnisse erst am Montag, müssen sie uns dann erst einmal im Detail ansehen“, sagt stellvertretender Pressesprecher des Ministeriums, Wolfgang Harms.

Peter Wichtel, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Obertshausen, bedauert die Rückstufung ebenfalls, Ziel des Plans sei aber Erhalt vor Aus- und Neubau. „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ bedeute aber auch, dass das Projekt aus fachlicher Sicht weiterhin als verkehrspolitisch sinnvoll erachtet werde. Wichtel weist darauf hin, dass zum BVWP erstmals eine Bürgerbeteiligung möglich ist. Von Montag, 21. März, an, steht der Entwurf bis 2. Mai unter www.bvwp2030.de im Internet. Über ein Online-Formular kann jeder Bürger dann seine Meinung dazu äußern.

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