Abwasser erstmal billiger

Obertshausen - Es sind winzige Beträge, aber die läppern sich - erst ein bisschen in die gute Richtung, dann ein bisschen mehr in die schlechte. Von Marcus Reinsch 

Der Magistrat will von der Kommunalpolitik den Segen für eine Senkung der Gebühren fürs Abwasser von heute 1,94 Euro pro in den Kanal geflossenem Kubikmeter um sechs Cent auf 1,88 Euro im nächsten und im übernächsten Jahr. Zugleich sollen Grundstückseigentümer und damit in aller Regel auch deren Mieter etwas mehr für die versiegelte Fläche zahlen. Hier steigt die Gebühr von aktuell 57 auf 59 Cent in den nächsten beiden Jahren. Bleibt unterm Strich noch eine Senkung um vier Cent. Hessens statistisches Landesamt geht momentan von rund 40 Kubikmeter Wasser pro Kopf und Jahr aus. Je nach Familiengröße und ihren Dusch- und Bewässerungsgewohnheiten kommen da einige Euro Ersparnis zusammen,.

Die allerdings müssen extrem gut angelegt werden, um eine in der Drei-Jahres-Prognose gleich mit zu beschließende Erhöhung ab 2016 erträglicher erscheinen zu lassen. Denn dann sieht die Vorlage glatte zwei Euro für den Kubikmeter Abwasser und 63 Cent für die versiegelte Fläche vor.

Den jüngsten Schliff hatte die Entwässerungssatzung, in der Bürgers Obolus fürs Schmutzwasser per Mischkalkulation definiert ist, 2011 bekommen. Nun, schreibt der Magistrat, sei nach Überprüfung der Einnahmen und Ausgaben eine Neuberechnung der Gebührensätze fällig. Das Rauf und Runter erklärt sich aus dem Gesetz über kommunale Abgaben (KAG). Das setzt aufs Kostendeckungsprinzip, fordert also weder Gewinne noch Verluste, sondern eine Null als Ergebnis. Und zwar möglichst verzögerungsfrei. Die bisher angewandte Methode, über drei Jahre hinweg eine Durchschnittsgebühr zu verlangen, klappt also nicht mehr.

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