Ärztezentrum mit stationärer Versorgung

Obertshausener Mediziner gibt Anstoß für Neubau in Nachbarschaft zum S-Bahnhof

Im April öffnet das Ärztezentrum an der Otto-Wels-Straße (von links): Dr. Mehran Baghi, Projektleiter Zehtaban, Architekt Dirk Lüttich, Bürgermeister Manuel Friedrich und Erster Stadtrat Michael Möser.
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Im April öffnet das Ärztezentrum an der Otto-Wels-Straße (von links): Dr. Mehran Baghi, Projektleiter Zehtaban, Architekt Dirk Lüttich, Bürgermeister Manuel Friedrich und Erster Stadtrat Michael Möser.

Ein neues Ärztezentrum mit angeschlossener Klinik entsteht derzeit an der Otto-Wels-Straße – direkt am S-Bahnhof in Obertshausen. Im kommenden April soll es eröffnet werden.

Obertshausen – Den Anstoß für den Bau dieses Ärztehauses gab der Obertshausener Facharzt für Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde (HNO), Dr. Mehran Baghi, der aus bisher gemieteten Praxisräumen in der Stadt in eine eigene Praxis mit Klinikversorgung wechseln will. Freilich werde er seine bisherigen Tätigkeit als Belegarzt im Ketteler-Krankenhaus in Offenbach fortsetzen für Patienten, die eine Klinik benötigen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Einen „mutigen Bauherrn“ nennt Bürgermeister Manuel Friedrich den Mediziner, dessen Initiative das neue Ärztehaus in Obertshausen erst tragfähig gemacht habe. „Das ist ein wichtiges Projekt, nicht nur für Obertshausen, sondern auch für den ganzen Kreis Offenbach“, sagt der Verwaltungschef der die Baustelle kurz vor dem erneuten Lockdown besichtigt hatte.

„Ein wesentlicher Vorzug des künftigen Ärztehauses ist die direkte Lage an der S-Bahn-Station Obertshausen“, macht Friedrich deutlich. Voraussichtlich würden zudem in der Tiefgarage Kurzparkmöglichkeiten für Patienten geschaffen.

Das Zentrum besteht aus zwei Operationssälen im Erdgeschoss einer HNO-Praxis im ersten Stock, einer Allgemeinmedizinerpraxis im zweiten sowie einer Klinik für stationäre Patientenversorgung. Insgesamt sollen sieben Ärzte aus verschiedenen Fachdisziplinen vertreten sein.

Ursprünglich Wohneinheiten geplant

Die stationäre Versorgung sei vorgesehen für Patienten, die in der Klinik operativ versorgt werden. Ursprünglich habe eine Baugenehmigung für acht Wohneinheiten vorgelegen, erläutert Friedrich weiter. Diese sei dann in Praxen und Klinik umgewandelt worden, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Begleitet werde das Ganze von einem Bistro im Erdgeschoss, das auch die Verpflegung der Patienten ermögliche. Außerdem soll ein Hörgeräteakustiker einziehen.

Die zwei Operationssäle seien mit modernster Technologie und Lüftungsanlagen ausgestattet, heißt es weiter. Dort sei die Durchführung fast aller Operationen verschiedener Komplexitäten möglich. Und die Wartezimmer sollen mit einem „smart Patientenabrufsystem“ ausgestattet werden, um Wartezeiten – und in Pandemiezeiten auch die Begegnungen der Patienten – möglichst kurz zu halten.

Erster Stadtrat Michael Möser dankt den politischen Gremien Obertshausens, die den Bau des Ärztehauses in zentraler Lage mitgetragen hätten, und freut sich, dass durch den Einzug weiterer Hausärzte die ärztliche Versorgung in der Stadt verbessert werden könne. „Die ärztliche Versorgung in Obertshausen zu sichern wird eines der zentralen Themen in den nächsten Jahren darstellen und im Fokus der kommunalen Arbeit stehen“ fügt er an.

„Dazu stehen wir als Verwaltungsspitze zusammen mit der Wirtschaftsförderung seit August vergangenen Jahres quartalsweise in Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), um sich über die haus- und kinderärztliche Versorgungssituation in Obertshausen abzustimmen“, berichtet Bürgermeister Manuel Friedrich. Die KVH hatte die Kampagne „Sei Arzt. In Praxis. Leb Hessen!“ gestartet, um dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken. Ziel sei, möglichst viele junge Ärzte für eine Niederlassung zu gewinnen. (clb)

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