Aktion „Lesestart“

Die gelben Taschen warten

Runde zwei: Christina Hellemann mit dem „Lesestart“-Paket. Es ist kostenlos. - Foto: M.

Obertshausen - Kinder, die mit Büchern und Geschichten aufwachsen, lernen besser und haben mehr Spaß daran. So hat‘s die Mainzer „Stiftung Lesen“ herausgefunden und auch gleich eine Tat folgen lassen, um „für gute Bildungschancen zu sorgen“.

Die Organisation gibt in drei Stufen Lesesets unter dem Motto „Lesestart – drei Meilensteine für das Lesen“ für den Nachwuchs und dessen Eltern heraus. Die Hausener Kinderärztin Dagmar Silber hat sich an dem Projekt beteiligt, jetzt sind die Stadtbüchereien gefragt. Diese erste Phase der Aktion lief zwischen 2011 und 2013. Die Medizinerin verteilte bei der Vorsorge-Untersuchung U6 eine Tasche mit einem Pappbilderbuch und Tipps zur Sprachförderung des Kindes. Bald werden die ersten Sprösslinge, deren Eltern die Sammlung erhielten, drei Jahre alt. Seit November geben die städtischen Leihbüchereien nun das zweite Lesestart-Set an die Mädchen und Jungen und ihre Eltern aus.

Es beinhaltet das Bilderbuch „Apfelsaft holen“ von Thomas Müller. Er beschreibt in witzigen Bildern, wie den kleinen Pitzi das schwere Los trifft, alleine in den Keller zu gehen, um eine Flasche Saft zu holen. Außerdem dabei ist ein kleines Poster, ein „Wimmelbild“, das das Innenleben einer Bücherei zeigt und zum Entdecken und Beschreiben einlädt. Schriften mit Vorlesetipps und Leseempfehlungen sind auch auf polnisch, russisch und türkisch verfasst.

16 Taschen hat die Leiterin der Stadtbücherei Kirchstraße bisher verteilt, auch in der Einrichtung im Bürgerhaus ist die Sammlung zu haben. Allein: Es könnten dann doch mehr sein. „Eltern von Dreijährigen sind aufgerufen, das Geschenk abzuholen“, heißt die Leiterin künftige Leseratten willkommen. Informationen dazu halten auch alle Kindergärten auf Faltblättern bereit. „Bilderbücher tragen nicht nur zur sprachlichen Entwicklung bei, sondern stärken auch die visuelle, emotionale und soziale Fähigkeiten des Kindes“, wirbt die Bücherei-Leiterin.

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

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Wenn die beschenkten Kinder 2016 eingeschult werden, erhalten sie das nächste Paket von den Grundschulen, erläuterte Christina Hellemann gestern Vormittag. Grundlage des Engagements vieler Beteiligter ist die Erkenntnis, dass zwar viele Eltern das Lesen positiv bewerten. Doch in rund 30 Prozent der Familien mit Kindern zwischen zwei und acht Jahren werde überhaupt nicht vorgelesen. Entsprechend schlecht sei das Lesevermögen in den Schulen. Weitere Informationen im Internet auf lesestart.de.

M.

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