Alternative Ymos-Turm

Cura überrascht Stadt mit Angebot fürs neue Rathaus

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Mögliche Alternative zum Neubau: Die Cura GmbH hat der Stadt Obertshausen den Ymos-Turm samt angrenzendem Verwaltungstrakt als möglichen Standort für ein neues Rathaus angeboten. 

Eigentlich hatten sie es ja ganz anders geplant, doch eine durchaus gelungene Überraschung hat die Große Koalition nun zu einer Planänderung gebracht. 

Obertshausen – Bereits in der letzten Sitzung vor der Sommerpause hatten CDU und SPD einen Antrag eingebracht, der den Magistrat mit der standortvergleichenden Planung für einen Rathausneubau an einem neuen Standort beauftragt – und diesen gleich wieder auf die kommende Sitzungsrunde nach der Sommerpause geschoben. Die Idee: Auch die übrigen Fraktionen sollten genügend Zeit haben, ihre Vorstellungen bezüglich eines möglichen Standortes einzubringen. Angesichts der Bedeutung des künftigen Großprojekts für die Stadt hoffe man so auf eine breite Zustimmung, hatten beide Koalitionspartner diese Entscheidung begründet.

Einig sind sich alle fünf Parteien in der Stadtverordnetenversammlung dem Vernehmen nach, dass es einen Neubau werden soll. Damit würde das Parlament der Empfehlung des Planungsbüros Drees & Sommer folgen. Das hatte in einer 360-Grad-Analyse anhand des zuvor ermittelten Raumbedarfs die Wirtschaftlichkeit verschiedener Lösungen geprüft, von der Sanierung der aktuellen Rathäuser über Abriss und Neubau am bisherigen Standort Schubertstraße bis hin zum Bau an anderer Stelle.

Den passenden Standort finden  

Nun soll mit dem Auftrag an den Magistrat im nächsten Schritt der passende Standort gefunden werden. Nach reiflicher Überlegung habe sich die Koalition auf zwei mögliche Standorte festgelegt, erläuterte SPD-Fraktionschef Manuel Friedrich in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Bauen. Vorstellbar wären nach Ansicht der Sozial- und Christdemokraten etwa das Grundstück direkt neben dem aktuellen Rathaus an der Schubertsstraße oder der Parkplatz an der Badstraße gegenüber des Sportzentrums. „Unser Antragsentwurf soll zunächst als Diskussionsgrundlage dienen, da wir das Thema gerne möglichst interfraktionell beschließen möchten“, betonte Friedrich. Gerne nehme die GroKo auch weitere Standortideen in die Prüfung auf, so diese nicht bereits diskutiert und verworfen worden seien.

Für eine überraschende Wendung sorgte nun die Cura GmbH, Eigentümerin des einstigen Ymos-Standorts an der Feldstraße. Deren Verfahrensbevollmächtigter für die Entwicklung des Areals, Dr. Heinz Diedrich, hat der Stadt nun ein interessantes Angebot gemacht. Der Investor, der die alten Industriehallen abreißen und das Gelände nach einer aufwendigen Bodensanierung neu entwickeln möchte, hatte bereits in einer ersten Präsentation des Vorhabens erklärt, den stadtbildprägenden Turm des einstigen Verwaltungsgebäudes erhalten zu wollen. Nun hat die Cura ihrerseits Drees & Sommer mit einer baufachlichen Prüfung beauftragt, um zu ermitteln, ob das Gebäude nach einer Sanierung die Anforderungen an das neue Rathaus erfüllen könne.

Zeitnahe Entkernung 

Das Bedarfsprofil des gemeinsamen Rathauses passe demnach „sehr gut“ in den Ymos-Turm und den anhängenden Verwaltungstrakt, erläutert Diedrich in einem Schreiben an die Verwaltung, das Erster Stadtrat Michael Möser den Ausschussmitgliedern vorlas. Neben genug Platz für die Verwaltung bliebe zudem noch eine „Reservefläche“ von rund 750 Quadratmetern, die etwa als Bürgersaal oder Raum für stadtnahe oder andere soziale Einrichtungen genutzt werden könne. „Wir möchten daher der Stadt Obertshausen vorschlagen und das Angebot unterbreiten, das „Neue Rathaus Obertshausen“ im ehemaligen Ymos-Verwaltungsgebäude anzusiedeln“, schreibt Diedrich und verweist auf die Vorteile der Idee. Grundstück und Gebäude seien bereits vorhanden, mit der Entkernung könne zeitnah begonnen werden. So sei eine Fertigstellung bis Ende 2022 möglich. Zudem gehe man von einer Kostenersparnis von 20 bis 25 Prozent gegenüber einem Neubau aus. Das fertige Gebäude könnte die Stadt dann je nach Wunsch mieten oder im Miet-Kauf-Verfahren erwerben, so das Angebot des Investors, der der Stadt die Daten der Prüfung zur Verfügung stellt.

Mit deren Ergebnissen wollen sich die Stadtverordneten nun zunächst auseinandersetzen, „Die Studie ist sehr umfangreich und klingt erstmal positiv“, fasste Manuel Friedrich zusammen. Um diese innerhalb der Fraktionen zunächst in Ruhe durchzugehen und zu besprechen, brauche es mehr Zeit als die knapp zwei Wochen bis zur Stadtverordnetenversammlung. „Daher wollen wir den Antrag nochmal eine Runde weiter schieben, um das Angebot gegebenenfalls als weitere Option in die vergleichende Planung mitaufzunehmen“, kündigte er stellvertretend für die Koalition an.

VON THOMAS HOLZAMER

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