Zum Anfang ein Abenteuer

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Die Leiterin H eide Ottenroth (2. von links) feiert dieses Jahr mit ihren Kollegen den runden Geburtstag der Stadtbücherei Hausen.

Obertshausen - „Die abenteuerliche Fahrt der Mauritius“ ist das erste Buch, das in den Bestand der Hausener Stadtbücherei überging. Das verzeichnet das Zugangsbuch aus dem Jahr 1960, das die Leiterin Heide Ottenroth nicht ohne Stolz präsentiert. Von Bettina Link

Die Stadtbücherei feiert am 6.Februar ihren 50. Geburtstag. Auch ein Grund zurückzublicken. Dafür hat Heide Ottenroth, die heutige Leiterin der Bücherei, recherchiert. Die Gemeindebücherei wurde offizielle 1962 von dem damaligen Lehrer der Waldschule Fritz Hübler im Bürgerhaus eröffnet. „Da der erste Zugangseintrag auf 1960 datiert ist, könnte es aber sein, dass Hübler bereits in seiner Schule eine Bücherei eingerichtet hatte“, vermutet Heide Ottenroth.

Die Leiterin hat sämtliche Dokumente aus der Entwicklung der Stadtbücherei gesammelt. Zu ihren Schätzen gehört auch ein Leseausweis aus der Gründungszeit. Der aus rötlichem, festem Papier bestehende Ausweis hatte 1963 ein fast DIN A5 großes Format. Die heute übliche Karte, die die Leiterin zum Vergleich zeigt, ist da deutlich leichter im Portemonnaie zu verstauen. Heide Ottenroth erinnert sich: „Das wurde alles händisch eingetragen. Heute läuft ja alles elektronisch.“ Auch die täglichen Statistiken bestanden aus Strichlisten, die abends zusammengezählt wurden.

Die vielen Dokumente, die Heide Ottenroth zusammengestellt hat, sind während des Jubiläumsjahr in einer kleinen Ausstellung in der Stadtteilbücherei Hausen zu sehen. Doch nicht nur die historischen Materialien erinnern an die Gründungszeit. „Es gibt sogar noch aktive Nutzer, die seit 1963 ausleihen“, weiß der Erste Stadtrat Hubert Gerhards. Die älteste Nutzerin sei bereits 93 Jahre, fügt Heide Ottenroth hinzu, die sich noch an die Anfangszeiten der Gemeindebücherei erinnert.

Insgesamt 25.000 Medien zum Ausleihen

Lehrer Fritz Hübler leitete die Gemeindebücherei bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1971. Der anfängliche Bestand von 1834 Büchern wuchs seither kontinuierlich, so dass die Räumlichkeiten schon bald erweitert werden mussten. Jutta Gottwolk, die von 1971 bis 1978 die Leitung der Gemeindebücherei übernahm, weitete dann auch die Öffnungszeiten aus: von wöchentlich sechs auf 15 Stunden. Im Jahr 1979, als Margarete Volk-Müller die Leitung innehatte, wurde aus der Gemeindebücherei eine Stadtbibliothek.

In den folgenden Jahren liehen die Hausener so fleißig aus, dass Anfang der 1990er Jahre der Bau noch einmal erweitert wurde. Seither laden heimelige Nischen zum Verweilen und Schmökern ein und eine Glaskuppel sorgt für ausreichend Helligkeit. Im Sommer lädt außerdem der 2010 neugestaltete Innenhof zum Verweilen ein. Doch schlechtes Wetter lockt eher in die Bücherei: „Bei Schmuddelwetter kommen die Leute einfach am liebsten“, weiß Heide Ottenroth. Der Tiefpunkt sei hingegen am Rosenmontag und am Faschingsdienstag.

Der Bestand wuchs stetig weiter - zu dem mittlerweile mehr als nur Bücher zählen. Heute können insgesamt 25.000 Medien ausgeliehen werden. Darunter CDs, Spiele für Computer und Konsolen, Zeitschriften und DVDs. „Am beliebtesten sind aber immer noch die Bücher“, weiß Heide Ottenroth, die sich derzeit über 1200 aktive Nutzer freut. Bei den Zehn- bis 14-Jährigen sind Comic-Romane sehr gefragt. „Seit Harry Potter sind aber auch Fantasy-Bücher ein Renner bei den Jüngern“, erzählt die Leiterin. Erwachsene hingegen begeistern sich zurzeit vor allem für historische Romane.

Die Feierlichkeiten zum 50-Jährigen beginnen am 9. Februar mit einem „Crimical“ in der Stadtteilbücherei in Hausen. Eine größere Veranstaltung ist dann im Herbst geplant.

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