Anthony Giordano ist ein Hausener Bub und Stolz auf seinen Heimatort

Mit Glauben und Ehrgeiz

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Anthony Giordano wünscht sich, dass seine Töchter Hanna und Lisa genauso behütet aufwachsen wie er.

Obertshausen - Seit einem Jahr ist Anthony Giordano Fraktionsvorsitzender der Obertshausener CDU. Sein bisheriger Lebensweg macht deutlich: Der Halbitaliener verfolgt zielstrebig seine Pläne. Von Peter Back 

Anthony Giordano ist ein Macher-Typ: Mit viel Fleiß und Akribie hat sich der Kleinunternehmer einen Betrieb mit 16 Mitarbeitern aufgebaut. Und seit knapp einem Jahr führt er die Christdemokraten im Stadtparlament. Keine schlechte Karriere für einen 36-Jährigen. Das Delegieren scheint ihm zu liegen: Schon als Schüler begleitete er die Kinder zur Erstkommunion und übernahm viel Verantwortung in seiner Heimatgemeinde, der Pfarrei St. Josef. Überhaupt waren dem Sohn eines Italieners und einer Deutschen sein Glaube und die Ausübung seiner Religion immer wichtig. So war er fünf Jahre Pfarrjugendleiter und vertrat die Jugend im Gemeinderat.

Seine Frau lernte er im Zeltlager der Katholischen Jugend (KJO) kennen. Für den heutigen Familienvater waren die sommerlichen Zeltlager eine prägende und wichtige Zeit. „Raus kommen aus dem Alltag. Die Natur genießen. Die Gemeinschaft erleben, die im Laufe der Zeltlagertage entsteht. Das Gefühl des Abenteurers erfahren“, erinnert sich Giordano gerne. Neben der engen Bindung zu seiner Heimatgemeinde, schlummerte aber schon immer ein sehr weltliches Interesse in dem Hausener Bub. Auch durch die Arbeit seines Vaters, der sich in den 1990er Jahren mit dem digitalen Druck von Großformaten selbstständig gemacht hatte, war bei ihm schon früh die Begeisterung für Computertechnik geweckt. Bereits mit sechs Jahren hielt Giordano sein erstes Kinderprogrammierbuch in Händen. Etwas später zog dann ein Commodore 64, der erste „Volkscomputer“, im Hause Giordano ein und der Sohnemann brachte sich die gängigen Satz- und Gestaltungsprogramme im Eigenstudium bei.

Bereits mit 18 gründete er gemeinsam mit zwei Freunden eine Firma für Webservices. Bald nach der Gründung hatten die Jungunternehmer so viele Aufträge, dass sie eigene Büroräume anmieteten und in der benachbarten Wohnung eine WG gründeten. Ein dreijähriges duales BWL-Studium mit der Fachrichtung Medienwirtschaft und Dienstleistungsmanagement an der Berufsakademie sollte die selbst diagnostizierten Lücken im kaufmännischen Bereich schließen. Eine harte Zeit, denn der engagierte Christdemokrat hatte zu dem Zeitpunkt mit der eigenen Firma sehr viel zu tun. „In den dreimonatigen Theoriephasen saß ich morgens im Vorlesungssaal und nachmittags am PC, um meine beruflichen Projekte voranzutreiben“, erinnert er sich.

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Gleichzeitig faszinierten Giordano seit frühster Jugend der Grundgedanke der sozialen Marktwirtschaft und die Möglichkeiten, mit Politik Einfluss auf das Gemeinwohl zu nehmen. Im Jahr 1999, wenige Jahre vor der Firmengründung, trat er in die Junge Union ein. Nach dem Studium wurde er politisch aktiv. Es folgte ein rascher Aufstieg: Nach dem Posten als Pressesprecher in der Jungen Union folgte der Vorsitz. Später, bei der CDU, startete er als Schatzmeister, wurde stellvertretender Vorsitzender der Christdemokraten und Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Seit 2015 ist er Fraktionsvorsitzender der CDU in Obertshausen.

Noch immer ist der Vater zweier Töchter vom demokratischen Prinzip fasziniert. Und er weiß den Reiz einer politischen Karriere zu formulieren: „Ich kann darauf Einfluss nehmen, unser Gemeinwesen so zu gestalten, dass meine Kinder genauso gern hier aufwachsen, wie es bei mir der Fall war“, sagt Giordano und macht mit der Aussage auch seinen Anspruch an die Lokalpolitik deutlich. Neben dem Lob für bestehende Einrichtungen hält er vor allem das geplante Mehrzweckgebäude auf dem Festplatz an der Vogelsbergstraße und die Weiterentwicklung des Erlebnisbades als zukunftsweisend. Ganz der Macher will er mit seiner Politik Entscheidungen diesbezüglich vorantreiben.

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