Mörder und Corona-Sorgen

Atelier-Theater-Obertshausen verschiebt Premiere

Gruppenfoto vor Corona: Die Pandemie hat dem ATO-Ensemble einen Strich durch die Rechnung gemacht.
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Gruppenfoto vor Corona: Die Pandemie hat dem ATO-Ensemble einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Im Monument House, dem englischen Anwesen der Familie Henk, treffen sich die Angehörigen des verstorbenen Vaters Septimus zur Testamentseröffnung. Dabei kommen die skurrilsten Charaktere zusammen, vom verrückten Wissenschaftler Lucien über die leidenschaftliche Giftmischerin Dora bis zu Oliver, der als Werwolf eingesperrt im Keller lebt …

Obertshausen – Es hätte so gruselig-schön werden können, doch auch das Atelier-Theater Obertshausen (ATO) hat nun seine geplanten Vorstellungen abgesagt. „Wie viele Amateurtheater sind auch wir durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Verordnungen gezwungen, unsere Aufführungen vom September dieses Jahres auf 2021 zu verschieben“, berichtet Theaterleiter Heinz-Jürgen Grab. Zwar könnte das Publikum mit dem nötigen Abstand im geräumigen Pfarrer-Schwahn-Haus Platz nehmen. Doch auf der Bühne ließen sich die Regeln nicht einhalten, begründet Grab den Entschluss. Auch der Übungsraum erlaube der starken Gruppe keine Vorbereitung auf Distanz.

„Das Ensemble bedauert das sehr“, versichert der Sprecher. Ausgewählt haben sie die Krimi-Komödie „Schau nicht unters Rosenbeet“ von Norman Robbins. Die Rollen sind verteilt, die ersten Proben gelaufen. Jetzt hofft die Gruppe darauf, „dass die Pandemie durch einen wirksamen Impfstoff oder ein Medikament soweit eingedämmt werden kann, dass ein normales Leben mit Theateraufführungen und Proben wieder möglich ist“.

Dabei passt das „Rosenbeet“ sogar ein wenig zu Corona. „Bisher hatten nur wenige Außenstehende Kontakt zu dieser eigenartigen Familie, und meistens konnten sie hinterher nicht mehr über ihren Besuch berichten.“ Die Anwältin H. Penworthy kennt die Familie mit der aggressiven Emily, Marcus, der sich für Caesar hält, und der Nymphomanin Monica mit ihren Eigenarten. Ferner haben die Krankenschwester Anne Franklin, die sich um Marcus Henk kümmert, und die Haushälterin Agatha Hammond Kontakt zu den Henks.

Sie alle treffen zur Eröffnung des Testaments zusammen. Dabei erfährt die Familie, dass eine völlig Fremde als Haupterbin benannt wurde: die Schundroman-Schreiberin Ermyntrude Ash. Die reist mit ihrem schüchternen Sekretär Peregrine Potter an, ohne zu ahnen, auf welch’ verrückte Familie sie treffen wird. Natürlich erhoffen alle, einen großzügigen Anteil des Vermögens zu ergattern. Und wie nicht anders zu erwarten ist, führt ein Mord kurz nach der Testamentseröffnung zu einem heftigen Familienkrieg. Mit rabenschwarzem Humor fragt sich jeder, ob er wohl das nächste Opfer sein wird. Auf die Antwort müssen sich die Theaterfreunde jedoch vorerst gedulden. (Von Michael Prochnow)

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