Aus  für Notdienstzentrale

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Die Notdienstzentrale in der Schulstraße ist nur noch bis einschließlich 1. Januar 2013 offen.

Obertshausen - Patienten aus Obertshausen und Heusenstamm können die ärztliche Notdienstzentrale in Obertshausen nur noch bis einschließlich 1. Januar 2013 aufsuchen. Die Einrichtung, die in der Schulstraße ihr Domizil hat, wird am 2. Januar 2013 endgültig geschlossen. Von Karl-Heinz Otterbein

Wie die Obleute der Gemeinschaft des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Dietzenbach, Obertshausen und Heusenstamm bei einem Pressegespräch mitteilten, hat die Mitgliederversammlung der niedergelassenen Ärzte in den drei Kommunen in ihrer jüngsten Sitzung die Schließung der Einrichtung einstimmig beschlossen. Patienten, die Beschwerden haben, müssen ab dem 2. Januar 2013 dann auch an den Wochenenenden die Notdienstzentrale in der Babenhäuser Straße 29 in Dietzenbach aufsuchen.

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„Die Ärzte aus Heusenstamm und Obertshausen können die Kosten für die defizitäre Zentrale nicht mehr aufbringen“, erläuterte der Zweite Obmann Dr. med. Ralf Günther aus Obertshausen. „Jeder Arzt in Obertshausen und Heusenstamm zahlt schon jetzt 300 Euro pro Quartal für den Betrieb der Einrichtung. Dennoch ergibt sich ein jährliches Defizit von 20.000 Euro. Es kommen schlicht und ergreifend zu wenig Patienten nach Oberts- hausen, sie rechnet sich nicht mehr.“ Auch werde es zunehmend schwieriger, geeignete Ärzte für die Dienststunden zu finden, ergänzte Obmann Dr. med. Reinhold Jerwan. Bei nur noch durchschnittlich fünf bis zehn Patienten während einer zwölfstündigen Öffnungsphase lohne sich der Dienst für viele Ärzte nicht mehr.

Platz für einen dritten Arzt geschaffen

Die im März 1983 gegründete und bis 2003 im Kellerräumen im Rathaus an der Beethovenstraße untergebrachte ärztliche Notdienstzentrale in Obertshausen ist nach diversen Reduzierungen der Öffnungszeiten derzeit nur noch samstag und sonntags, an Brückentagen und an Feiertagen jeweils von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten und unter der Woche müssen Patienten aus Obertshausen und Heusenstamm schon jetzt die Notdienstzentrale in Dietzenbach aufsuchen, mit der die Obertshausener Einrichtung im Jahr 2010 fusionierte.

„Die Einrichtung in Dietzenbach ist ständig von zwei Ärzten besetzt, von denen einer bei Bedarf auch Hausbesuche in Obertshausen und Heusenstamm vornimmt“, erläuterte Dr. Jerwan. „Wir haben dort auch Platz für einen dritten Arzt geschaffen, der in Spitzenzeiten tätig ist.“ Die Zentrale in Dietzenbach ist täglich von 19 Uhr bis 6.30 Uhr am nächsten Morgen, mittwochs von 13 bis 6.30 Uhr am nächsten Morgen und freitags von 15 Uhr durchgehend bis montags, 6.30 Uhr geöffnet und unter der Rufnummer 06074 19292 oder unter Tel.: 116117 zu erreichen.

Bürgermeister Bernd Roth betonte, dass der Betrieb einer ärztlichen Notdienstzentrale nicht Aufgabe der Stadt sondern der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sei. Dennoch habe die Stadt seinerzeit die Räume in der Schulstraße auf ihre Kosten umbauen lassen und zahle seither jährlich einen Zuschuss von mehr als 11 000 Euro, der sich aus der Differenz der Miet- und Nebenkosten, die die Stadt für die Räume zahle und dem Betrag ergebe, den sie von der KV bekomme.

Den bis 31. März 2013 laufenden Mietvertrag für die Räume in der Schulstraße werde die Stadt nicht verlängern, die Räume müssten nach Schließung der Notdienstzentrale indes wieder zurückgebaut werden.

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