Spielen mit Farben und Formen

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Unter den mehr als 200 Exponaten befinden sich vor allem Dekorations- und Schmuckobjekte wie diese Schmetterlinge.

Obertshausen - Es hat schon Tradition, dass der Heimat- und Geschichtsverein Obertshausen sein Ausstellungsprogramm im Werkstattmuseum „Karl-Mayer-Haus“ mit einer Schau der Deutschen Spitzengilde eröffnet. Das ist in diesem Jahr nicht anders. Von Karl-Heinz Otterbein

Das Thema der Ausstellung, die am heutigen Freitag, 24. Januar, um 19 Uhr eröffnet wird, lautet „Spitze im Wandel - wandlungsfähige Spitze.“

„Die Ausstellung erzählt die nunmehr 111-jährige Geschichte der Klöppelschule Nordhalben in Oberfranken von ihrer Gründung bis heute“, erläuterte Schulleiterin Beate Agten, die gestern zusammen mit Klöppellehrerin Martina Simon die Schau im ersten Stock des Werkstattmuseums aufbaute. „Ursprünglich als Produktionsstätte ins Leben gerufen, hat sich die Schule im Lauf der Zeit zu einer kombinierten Einrichtung aus Schule und Museum entwickelt.“

Bei der Ausstellung im Werkstattmuseum werden mehr als 200 Exponate gezeigt, die überwiegend von Schülern und Lehrkräften der Nordhalbener Klöppelschule angefertigt wurden. Darunter sind Kleider, Bilder, Schmuckobjekte und künstlerische Gegenstände. „Es gibt heute keine Gebrauchsgegenstände aus Spitze mehr“, sagt Beate Agten, „Um das Klöppeln in die heutige Zeit zu integrieren, werden meist Dekorations- und Schmuckobjekte hergestellt. Dazu spielen wir mit Farben, Formen und Material.“

Die Leiterin der Klöppelschule Nordhalben in Oberfranken, Beate Agten (links), und Klöppellehrerin Martina Simon haben gestern im Werkstattmuseum „Karl-Mayer-Haus“ in Obertshausen die Ausstellung „Spitze im Wandel - wandlungsfähige Spitze“ aufgebaut, die heute Abend um 19 Uhr offiziell eröffnet wird.

Die Ausstellung im Werkstattmuseum ist beileibe nicht die erste Schau, die mit Exponaten der Klöppelschule der rund 1800 Einwohner zählenden Marktgemeinde Nordhalben bestückt wird. Um das alte Kunsthandwerk am Leben zu erhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben Beate Agten und ihre Kollegin Martina Simon Ausstellungsstücke in den vergangenen Jahren unter anderem schon in München im Info-Pavillon im Nationalmuseum, auf Messen in Leipzig und Dresden, im Erzgebirge sowie in der Schweiz und in Ungarn präsentiert. „Wir möchten den Leuten zeigen, was wir haben und was wir machen“, sagt Martina Simon. „Und wir möchten die Tradition des Klöppelns erhalten.“

Bei der Eröffnung der Ausstellung heute Abend werden Beate Agten und Martins Simon in einem kleinen Vortrag über die Geschichte des Klöppelns in ihrer Heimatgemeinde und die Entstehung der Klöppelschule mit ihrem angegliederten Spitzenmuseum referieren und Fragen der Besucher beantworten. „Die Winterzeit ist die beste Museumszeit“, wirbt Gudrun Borck, Vorstandsmitglied des Heimat- und Gesichtsvereins Obertshausen und der Deutschen Spitzengilde für einen Besuch der Ausstellung. „Und gerade unsere neue Schau präsentiert viele interessante Exponate.“ Die Ausstellung „Spitze im Wandel - wandlungsfähige Spitze“ ist bis einschließlich Sonntag, 13. April, zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen. Gruppenführungen sind nach telefonischer Absprache mit Gudrun Borck unter der Nummer 06103/22138 möglich.

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