Aus Backshop wird Backstube

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Die Eheleute Sigrid (Mitte) und Werner Mahr (rechts) übergeben ihren Backshop an Klaus Kaiser und dessen Ehefrau Claudia.

Obertshausen - Der Stadtkern von Obertshausen verliert in wenigen Tagen eine Institution: Der Backshop Krames in der Wilhelmstraße 7 schließt zum 31. Dezember seine Türen. Von Karl-Heinz Otterbein

Das Betreiberehepaar Werner und Sigrid Mahr geht in den Ruhestand.

„Unsere treuen Stammkunden brauchen aber nicht zu befürchten, dass sie in dem Geschäft künftig keine Brötchen, Stückchen oder Brot mehr kaufen können“, erläuterte Werner Mahr in einem Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir übergeben unser Geschäft an Klaus und Claudia Kaiser, die das Angebot sogar noch erweitern wollen und den Laden unter dem Namen ,Kaisers - Ihre Backstube’ am 5. Januar wieder eröffnen werden.“

Die Mahrs übernahmen den Backshop im Jahr 2001 von ihrer Tochter, die das Geschäft einige Monate geführt hatte, nachdem zuvor jahrelang eine Metzgerei und anschließend kurz ein Feinkostgeschäft in den Räumen in der Wilhelmstraße 7 ihr Domizil hatten.

„Wir kommen beide nicht aus dem Fach“, erläuterte der heute 63-jährige Werner Mahr. „Ich beispielsweise war im Maschinenverkauf im Bäckereigewerbe tätig. Zusammen mit meiner Frau und zwei Aushilfskräften habe ich das Geschäft geführt, das im Lauf der Jahre zu einer Institution geworden ist.“

So habe der Backshop zahlreiche örtliche Vereine bei Festen und Jubiläen beliefert, auch viele alteingesessene Obertshausener zählten zu seinen Kunden, so Mahr. Vor Ort habe er Brötchen, Stückchen und Kleingebäck gebacken. Brot, Kuchen und Torten habe er von einem Bäcker in Schöllkrippen bezogen.

Das Brot, das bei den Kunden sehr beliebt sei, wollen auch die Kaisers von dem Schöllkrippener Bäcker beziehen, Kuchen und Torten sollen allerdings künftig aus eigener Herstellung kommen. „Wir wollen versuchen, ein eigenes Konditorei-Sortiment aufzubauen und das Angebot auszubauen“, erläuterte Klaus Kaiser, der gelernter Bäcker und Konditor ist und 1984 in München die Prüfung zum Konditormeister abgelegt hat. „Unser Konzept sieht unter anderem vor, dass wir jeden Tag frischen Kuchen anbieten. An dem Angebot an Brot und Brötchen und an den Öffnungszeiten soll sich aber zunächst nichts ändern.“

Der gebürtige Rodgauer, der seit fast 30 Jahren in Obertshausen lebt, hat nach eigenen Angaben jahrelang in verschiedenen Bäckerbetrieben in Führungspositionen gearbeitet, zuletzt bei einer Bäckerei in Rodgau, die Mitte Dezember geschlossen wurde. „Ich wäre arbeitslos geworden und habe stattdessen die Chance genutzt, mich selbständig gemacht und den Backshop übernommen“, erläuterte Kaiser. „Ich werde das Geschäft zusammen mit meiner Frau Claudia führen, die gelernte Fleischerei-Fachverkäuferin ist und seit zehn Jahren einen Leihkochservice in Obertshausen betreibt“. Sein Sohn, ein gelernter Metzger, und seine Tochter, die Ernährungswissenschaften studieren möchte, würden nach Möglichkeit im Geschäft helfen, zudem übernehme er zunächst die beiden schon von Werner Mahr beschäftigten Aushilfskräfte.

Ob er weitere Mitarbeiter einstelle, hänge von der Entwicklung des Geschäfts ab, so Kaiser. „Wir werden abwarten, wie der Laden läuft“, so der 52-Jährige. „Dann sehen wir weiter.“

Werner Mahr, der im eigenen Haus in der Berliner Straße wohnt, bleibt Obertshausen erhalten. „Wir holen jetzt unseren Urlaub nach und genießen unsere Freizeit“, so Mahr. „Arbeit habe ich zudem im Haus genug. Und da ich viele Jahre lang zusammen mit Luis Galvez den Weihnachtsmarkt in der Wilhelmstraße organisiert hatte, denke ich darüber nach, diese Tradition wieder aufleben zu lassen.“

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