Imkerverein pflanzt für schwarz-gelbe Einwohner

Bald brummt’s im Bienenbaum

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Roger Winter greift nicht nur für menschliche Obertshausener zur Schippe: Der Bürgermeister hat auch ein Herz für Bienen. Dabei (von links): Rainer Brunner und Erhard Henz vom Imkerverein Maingau, Peter Kleinschmitt vom Umweltamt sowie zwei städtische Gärtner.

Obertshausen - Für ein bienenfreundliches Obertshausen buddelte der Imkerverein Maingau eine Silber-Linde in die Grünfläche am Rembrücker Weg. Damit die fleißigen Summer nicht hungern müssen, können Stadt und Bürger aber noch eine Menge tun. Von Eva-Maria Lill 

Imkern ist schick. Immer mehr Menschen packen sich Bienenstöcke in den Garten. „Viele haben gemerkt, dass es ohne Natur nicht geht“, sagt Erhard Henz. Der Heusenstammer bildet beim Imkerverein Maingau aus – und setzt sich in der gesamten Region für die gestreiften Sammler ein. Gemeinsam mit Bürgermeister Roger Winter und Kollege Rainer Brunner griff er nun zur Schippe, um auf der Grünanlage am Rembrücker Weg eine Silber-Linde zu pflanzen. Der Nektar des Baumes ist besonders zuckerhaltig und die Linde daher liebster Landeplatz für hungrige Brummer. In Rembrücken und im Rodgau steht schon eine, jetzt auch in Obertshausen.

Der Verein möchte die Bienen bei der Futtersuche unterstützen. Denn Happen sind rar. Nicht alles, was schön bunt aussieht, eignet sich als Snack. Zum Beispiel die Bepflanzung vor der Kapelle an der Heusenstammer Straße. Dort blühen unter anderem Veilchen. „Nützlicher wären Krokusse, Hyazinthen oder Klatschmohn“, erläutert Henz. Denn an diesen Pflanzentankstellen können Summer genüsslich Nektar zapfen. Gut findet der Imker hingegen, dass die Stadt Randbewuchs an Bad- und Bürgermeister-Mahr-Straße länger stehen lässt. Allerdings wünscht er sich auch dort mehr Blüten für Bienen.

„Da gibt es manchmal Interessenskonflikte“, entgegnet Rathaus-Chef Winter. Ab und an sei es nicht einfach, den Bürgern klarzumachen, dass das verspätete Mähen nichts mit Faulheit zu tun hat. Sondern stattdessen mit ganz viel Bienen-Liebe. Problem ist auch, dass gerade besonders hübsche Blumen zwar für Menschen Augenschmaus sind, für Bienen aber oft kein Festmahl. „Wer eine Edelrose kauft, macht seiner Frau eine Freude, den Bienen bringt das nichts“, sagt Henz. Besser sei die gemeine Hundsrose, an der saugen sich Insekten satt. Den Kontakt zwischen Stadt und Verein stellte Tim Westpfal her. Der Obertshausener umsorgt fünf Bienenstöcke am Gräbenwäldchesfeld und stellt dort eigenen Honig her. Die Gläschen verkauft der Imker unter anderem im Naturkostladen Karotte oder im Blumentraum.

Mit diesem Hobby liegt er voll im Trend: Etwa 20 Imker bildet der Verein im Jahr aus, hat mittlerweile 104 Mitglieder. „Wer imkert, erfüllt 16 Berufe zur gleichen Zeit“, schwärmt Henze. Vom Schreiner bis zum Pollenanalytiker – Imkern bietet Platz für Spezialisten. Eben auch für Baumpflanzer. Die Silber-Linde am Rembrücker Weg will noch wachsen, etwa 25 Meter hoch. Im Sommer trägt sie eine kugelförmige Blätterkrone und weißgelbe Blütensternchen. Dann bummeln neben Bienen auch Hummeln vorbei.

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