Banner, Kunst und Massenware

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Severine Page zeigt ein sehr markantes Werk aus der aktuellen Ausstellung. Die Abteikirche von Cluny war einst das weltgrößte Gotteshaus nach dem Petersdom in Rom, erläuterte die Spitzenmacherin aus Frankreich.

Obertshausen ‐ Wer sich für textiles Gestalten im Allgemeinen und Spitzen-Gestaltung im Besonderen interessiert, sollte in den kommenden Wochen einmal das Werkstatt-Museum „Karl-Mayer-Haus“ besuchen. Von Karl-Heinz Otterbein

In dem Museum, das in der Karl-Mayer-Straße 10 in Obertshausen sein Domizil hat, präsentiert der Heimat- und Geschichtsverein Obertshausen schon traditionell in den ersten Monaten des Jahres eine neue Ausstellung der Deutschen Spitzengilde, die in dem Museum über einen eigenen Raum verfügt.

„Cluny 909/10 - 2009/10 - Eine Stadt feiert ihre Geschichte in Spitze, Stickerei und Kunst“ lautet der etwas sperrige Titel der neuen Schau, die am heutigen Freitag, 14. Januar, um 19 Uhr offiziell eröffnet wird.

Mitglieder aus 150 Clunyenser-Niederlassungen gestalteten Teile für den Wandteppich.

„Die Ausstellung hat drei Schwerpunkte“, erläuterte Gudrun Borck von der Deutschen Spitzengilde und bei der Organisation zuständig für Ausstellungen und geschichtliche Aufarbeitung. „Zum einen werden Exponate des französischen Künstlers Odon gezeigt, die dieser aus Papier geflochten hat. Zu sehen ist ferner eines von 42 Bannern, die anlässlich der 1100-Jahr-Feier der Stadt Cluny aus Einzelteilen angefertigt wurden, die in ganz Europa gestickt wurden.“

Präsentiert würden zudem Exponate aus der eigentlichen Cluny-Spitze, einer Gebrauchsspitze, die im 19. Jahrhundert in Massen angefertigt worden sei.

„Wir stellen im Karl-Mayer-Haus antike Stücke aus Cluny-Spitze aus und zeigen auch, was heute in der französischen Stadt hergestellt wird“, erläuterte Gudrun Borck.

Bei der Eröffnung der Ausstellung werde sie zudem über ihren Aufenthalt in Cluny berichten, in dessen Verlauf sie zusammen mit Annemarie Lehnert von der Deutschen Spitzengilde ihre Arbeiten gezeigt und an diversen Vernissagen teilgenommen habe. Die Ausstellung ist bis Mitte März an den Sonntagen 16. und 30. Januar, 13. und 27. Februar und 13. März jeweils zu den Öffnungszeiten von 14 bis 17 Uhr im Werkstatt-Museum zu sehen. Sachkundige Informationen erteilen jeweils Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Obertshausen und der Deutschen Spitzengilde. Gruppenführungen sind nach telefonischer Absprache mit Gudrun Borck, die unter Tel. 06103/22138 zu erreichen ist, auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten des Museums möglich.

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