Barrierefreiheit

Mit Rollator alleine in den Bus

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Auch die Bushaltestellen in der Seligenstädter Straße sollen barrierefrei umgebaut werden.

Obertshausen - Im sechsten Anlauf hat's endlich geklappt: Die Stadt bekommt auf ihren Antrag hin vom Land Hessen einen Zuschuss von rund 422.000 Euro, um die 23 Bushaltestellen im gesamten Stadtgebiet Obertshausen behindertengerecht umbauen zu können. Von Karl-Heinz Otterbein

„Wir haben in diesen Tagen den Bewilligungsbescheid bekommen“, erläuterte Erster Stadtrat Hubert Gerhards gestern auf Anfrage. „Laut dem Bescheid gewährt uns das Land eine Verkehrsinfrastrukturförderung in Höhe von insgesamt 422.600 Euro. Mit fast 370.000 Euro besteht der größte Teil des Zuschusses aus Zahlungen nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz, der Rest kommt aus Mitteln nach dem Finanzausgleichsgesetz.“

Zum Umbau der Bushaltestellen muss die Stadt einen erklecklichen Betrag selbst besteuern. Gerhards zufolge sind die Gesamtbaukosten mit rund 528.000 Euro beziffert, hinzu kommen etwa 65.000 Euro an Planungskosten, für die die Stadt alleine aufkommen muss. So bleiben für die Stadt insgesamt Kosten von rund 170  000 Euro. Zudem muss sie für die Gesamtkosten zunächst in Vorlage treten. „Wir bekommen vom Land erst im Jahr 2015 etwa 200.000 Euro, ein Jahr später gibts weitere etwa 222.000 Euro“, erläuterte Gerhards, der sich dennoch zufrieden zeigte, dass die Stadt die Zuschüsse überhaupt bekommt.

Nahverkehr weiter ausbauen

„Wir haben im Jahr 2007 beim Land erstmalig einen Förderantrag zum barrierefreien Ausbau unserer Bushaltestellen gestellt“, so Gerhards. „Der Antrag wurde abgelehnt. Auch unsere Anträge, die wir in den folgenden Jahren gestellt haben, wurden jeweils nicht bewilligt. Nun endlich hat"s geklappt.“ Zufrieden über den Bescheid zeigte sich auch der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi (CDU). „Es ist wichtig, dass wir den öffentlichen Personennahverkehr weiter ausbauen und verbessern“, sagte Tipi. „Daher freut es mich, dass Obertshausen nun weiter Mittel bekommt, um die Bushaltestellen im Stadtgebiet behindertengerecht umbauen zu können.“ Mit dieser Modernisierung werde der ÖPNV attraktiver und interessanter für Fahrgäste und potentielle neue Fahrgäste.

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Wo Hindernisse lauern

Dem Ersten Stadtrat zufolge werden die Arbeiten mit der Kreisverkehrsgesellschaft abgestimmt und sollen im kommenden Frühjahr beginnen. Im Zuge der Arbeiten würden die Bushaltestellen so umgebaut, dass dort Rollstuhlfahrer und Leute, die mit einem Rollator oder einem Kinderwagen unterwegs seien, sowie sehbehinderte Menschen ohne fremde Hilfe in den Bus einsteigen könnten. Für die Umgestaltung der einzelnen Haltestellen seien auch mehr oder weniger umfangreiche Tiefbauarbeiten erforderlich. Unter anderem müssten jeweils die Bordsteine höher gesetzt werden. Zudem gebe es inzwischen eine Reihe von weiteren Vorgaben, die für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen eingehalten werden müssten.

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