Erste Erfahrungen der Stadtreiniger sind durchweg positiv

Bauhof-Team testet E-Mobil

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Auf ihrer täglichen Tour unterzogen die beiden Bauhofmitarbeiter Abdul Shakoor (von rechts) und Sebastian Bernhardt den Street-Scooter einem Alltagstest. Bürgermeister Roger Winter und Bauhof-Leiter Stefan Reinl zogen am Ende ein positives Fazit.

Obertshausen - Für die Paketzustellung in Innenstädten hat die Post ihren Elektrotransporter entwickelt. Ob er sich auch für den Einsatz beim Bauhof eignet, hat dessen Team nun zwei Tage lang getestet. Von Thomas Holzamer

Kraftvoll, leise und – zumindest beim Betrieb – abgasfrei: Mit ihrem Elektrotransporter „Street-Scooter“ hat die gleichnamige GmbH, eine Tochter der Deutschen Post DHL Group für Aufsehen gesorgt. Jetzt haben auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs das Fahrzeug im alltäglichen Gebrauch getestet – und dabei durchaus gute Erfahrungen gemacht. So fällt das Fazit, das Bauhofleiter Stefan Reinl ziehen kann, positiv aus. An zwei Arbeitstagen war das E-Mobil im Einsatz. Vor allem bei der täglichen Tour, um die mehr als 300 öffentlichen Mülleimer im Stadtgebiet zu leeren. Ständige Stopps und das Wiederanfahren sind dabei an der Tagesordnung und fordern den Akku des Fahrzeugs noch zusätzlich.

Rund zwei- bis dreimal müssen die Mitarbeiter der Stadtreinigung zwischendrin zum Bauhof zurückkehren, um das Fahrzeug zu entladen. Das hänge vor allem von der Menge an Unrat ab, da sich das Team neben der Leerung der Müllbehälter auch um die Entsorgung von illegal abgeladenem Unrat kümmert, erläutert Reinl. „Wir wollten mal austesten, ob die Reichweite des E-Fahrzeugs für die Tagestour reicht“, sagt er. Denn dann könne so ein Street-Scooter über Nacht an die Steckdose zum Aufladen und stehe am kommenden Tag wieder frischgeladen zum Einsatz bereit.

Dieser Anforderung war der Akku des E-Mobils, das auch mit Frontscheibenheizung und einer Sitzheizung ausgestattet ist, gewachsen. Rund 90 Kilometer Reichweite habe man mit voll beladenem Fahrzeug gehabt. „Wir hätten auch in der Mittagspause nochmal nachladen können, haben das aber bewusst gelassen“, sagt der Bauhofchef.Auch im Hinblick auf Zuladung und Handling habe das Testfahrzeug überzeugt, sodass die ersten Erfahrungen positiv ausfallen. Ob solch ein Mobil für den Bauhof zu einem späteren Zeitpunkt in Frage kommen könnte, hänge jedoch von vielen Faktoren ab. „Die Erfahrungen der Testnutzung können später bei der Entscheidungsfindung helfen“, sagt Bürgermeister Roger Winter. „Der Einsatz eines E-Mobils ist sicher nicht schlecht, aber auch die finanzielle Seite dürfen wir dabei nicht außer Acht lassen“, gibt der Rathauschef zu bedenken.

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Generell ist der Einsatz von Elektro-Fahrzeugen für die Arbeit des Bauhofs jedoch noch nicht möglich. Beispielsweise gebe es derzeit noch keine serienreifen Nutzfahrzeuge für schwere Lasten, hatte Reinl den Mitgliedern des Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschusses bei einem Besuch des Bauhofs im Herbst vergangenen Jahres berichtet. Dabei hatten sich die Besucher auch über die Beschaffung neuer Fahrzeuge und die etwaigen Einsatzmöglichkeiten für E-Mobile interessiert. Auf elektrischen Antrieb könnte der Bauhof demnach aktuell lediglich bei den Staplern umstellen.Interessant könnte auch ein Radlader – eine der meistgenutzten Baumaschinen aus dem Bauhof-Fuhrpark – sein, der schon mit E-Antrieb auf dem Markt erhältlich ist. Auch einen solchen wolle man bei Gelegenheit zunächst einmal testen.

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