Auftrag für Konzept-Erstellung

Planung für Fröbelschul-Gelände auf den Weg gebracht

Obertshausen - Der Startschuss für die Planungen zur Entwicklung des Fröbelschul-Geländes ist gefallen. Die Stadtverordneten haben den Magistrat mit der Aufstellung eines Konzepts für das Areal beauftragt. Von Thomas Holzamer 

Es dürfte wohl noch eine Weile dauern, bis auf dem Grundstück der ehemaligen Fröbelschule die Bagger rollen, der Startschuss für eine Entwicklung des Areals ist in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag jedenfalls bereits gefallen. So haben die Stadtverordneten auf Antrag des Bündnisses aus CDU und SPD den Magistrat mit der Erstellung eines städtebaulichen Konzepts für die mögliche Nutzung des Geländes beauftragt. Dieses bezieht auch die Parkplätze an der Kurt-Schumacher-Straße sowie die westlich angrenzenden Grundstücke bis zum „Marktplatz“ mit ein. Mit dem Auftrag haben die Stadtverordneten auch einige Eckpunkte genannt, die es bei der Planung zu berücksichtigen gilt.

Demnach wünschen sich Christ- und Sozialdemokraten auf dem Gelände unter anderem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Der könnte beispielsweise in einem mehrgeschossigen Neubau entlang der Fröbelstraße entstehen (wir berichteten). Dieses Gebäude könne etwa durch die Einplanung eines Uhrentürmchens an das Erscheinungsbild des alten Schulhauses erinnern, das nach Jahren des Leerstands so marode geworden ist, dass nach einhelliger Meinung abgerissen werden muss.

Darüber hinaus soll bei der Planung auch der Bau einer zusätzlichen Kindertagesstätte samt dazugehörigem Außengelände als Option berücksichtigt werden, ebenso wie eine neue Turnhalle, die auch von den örtlichen Vereinen genutzt werden kann. Kita und Halle könnten sich die Mitglieder der Großen Koalition jedoch auch auf dem Gelände der ehemaligen Ymos AG vorstellen, für das ebenfalls noch ein städtebaulicher Vertrag beschlossen werden muss. Der verbleibende Teil des Fröbelschul-Grundstücks könnte nach den Plänen des Bündnisses für private Bebauung vermarktet werden, wobei ortsansässige Familien bevorzugt werden sollen, die dort selbst genutzten Wohnraum schaffen wollen. Als Beispiel für die Möglichkeit einer solchen Festschreibung nannte CDU-Fraktionsvorsitzender Anthony Giordano das Wohngebiet Hainhausen West in Rodgau.

Auf Wunsch der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen wurde über die einzelnen Punkte des Antrags separat abgestimmt. Denn während in Bezug auf den Abriss des alten Schulhauses und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum der Großteil der Stadtverordneten zustimmte, gingen die Meinungen gerade bei der Verknüpfung der beiden Areale von Fröbelschule und Ymos auseinender. Nach Ansicht der Bürger für Obertshausen (BfO) wolle man Fröbelschule und Ymos-Gelände nicht vermischen, wie deren Fraktionsvorsitzender Rudolf Schulz erläuterte. Auch sei ein Turnraum anstelle einer Halle ausreichend. Irritiert zeigten sich die BfO beim Thema der Finanzierung. So seien weder für den Abriss des alten Schulgebäudes noch für die Ausarbeitung des Konzeptes Geld im Haushalt eingeplant, betonte auch BfO-Fraktionsmitglied Manfred Christoph.

Die notwendigen Mittel zur Erstellung des Konzepts seien über die Ansätze für städtische Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sowie den Etat für die Stadtentwicklung durchaus vorhanden, argumentierte Giordano. Zudem handele es sich zunächst erst einmal um ein Konzept, und dies sei noch kein Abriss, somit entstünden für diese zunächst auch noch keine Kosten. Auch sei man sich dessen bewusst, dass die Entwicklung des Ymos-Geländes mit Sicherheit noch eine Weile dauern werde. Allerdings müsse sich die Stadt bald mit dessen Eignerin, der Cura, über einen städtebaulichen Vertrag einigen.

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Einen zügigen Abriss des alten Gebäudes, verbunden mit der Beantragung einer Befreiung des Geländes von der Grundsteuer, hätten sich die Mitglieder der FDP-Fraktion gewünscht. So könne man die Leerstandskosten für die Stadtkasse reduzieren, wie Axel Kuhn erläuterte. Den Bau einer Kita auf dem Fröbel-Gelände sehe man nicht, da der damit verbundene Lärm die Attraktivität des Areals als Wohnraum senken könnte. Für den Bau der Kita präferieren die Freidemokraten stattdessen das Ymos-Areal.

Noch Klärungsbedarf besteht beim Antrag auf Verzicht von Glyphosat und Neonicotinoiden der Grünen (wir berichteten), der zur weiteren Beratung zurück in die Ausschüsse verwiesen wurde.

Auch die Wahl eines neuen Schöffen für das Ortsgericht wurde ein weiteres Mal verschoben. So sollen zunächst Überlegungen, die Ortsgerichte beider Stadtteile zusammenzufassen, geprüft werden.

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