SPD diskutiert Entwurf für Beethovenpark

„Kein Pavillon, kein Gespräch“

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Rege debattieren Obertshausener den Entwurf zur Neugestaltung des Beethovenparks.

Obertshausen - Zustimmung, aber auch Unverständnis zeigte Besucher einer Infoveranstaltung am Ostersamstag zur geplanten Umgestaltung des Beethovenparks. Eingeladen zu der Diskussion im Park hatte der Ortsverein der SPD mit dem Vorsitzenden Helmut Hiepe.

„Dass der Park an der Beethovenstraße aufgewertet werden soll, darüber sind sich die Mitglieder aller Fraktionen im Stadtparlament einig“, erläuterte Manuel Friedrich, Vorsitzender der Jusos Obertshausen und Stadtverordneter. Aus diesem Grund habe seine Fraktion auch für die Bereitstellung des Geldes zur Umgestaltung des Parks im Haushaltsplan gestimmt. Ebenso habe man den im Oktober vorgestellten Entwurf der von der Stadt beauftragten Landschaftsarchitekten aus Mainz als Diskussionsgrundlage begrüßt.

„Wir waren sehr überrascht, Anfang des Monats in der Stadtverordnetenversammlung zu erfahren, dass die Umgestaltung bereits ausgeschrieben ist“, zeigte sich Helmut Hiepe allerdings über die jüngste Entwicklung verwundert. „Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, ergänzte Manuel Friedrich vor rund zwei Dutzend Gästen am ehemaligen Kiosk des Beethovenparks und betonte, er halte es frü wichtig, das Projekt der Bevölkerung ausführlich vorzustellen. Verbesserungsvorschläge und neue Ideen müssten in einen zweiten Entwurf eingearbeitet werden. Verteilt auf drei Gruppen besichtigten die Besucher den Park. Sie erfuhren, dass der Umbau rund 777.000 Euro kosten soll, wobei das Land Hessen Fördermittel in Höhe von 328.000 Euro beisteuert.

Rutsche in Form einer Tasche

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Rutschen auf der Ledertasche

Zur Erinnerung an Obertshausens Tradition als Standort der Leder-Industrie schlagen die Gestalter eine Rutsche in Form einer Tasche sowie ein Spielgerät in Form einer Armbanduhr vor. Im Areal „Nadel und Faden“ gibt es Edelstahlstangen, an denen Netze und Taue zum Klettern und Hangeln werden. Ein Bewegungsparcours für Senioren sowie sich abwechselnde Staudenpflanzungen und Wiesenflächen sollen zum harmonischen Gesamtbild beitragen. „Als einziges Element des Entwurfs vom Oktober ist das Kunstprojekt eines Gürteltunnels verworfen worden“, berichtete Rainer Klohocker vom Arbeitskreis Umwelt der SPD. So könnten rund 75.000 Euro eingespart werden.

“Ein Pavillon, in dem sich die Musikschule, Kindergärten und Vereine präsentieren könnten, fehlt völlig in dem Entwurf zur Neugestaltung“, monierte Thomas Zeiger, Vorsitzender der Turngemeinde Obertshausen (TGO). Gleichzeitig betonte er den Wunsch, durch die Umgestaltung den Charakter des Beethovenplatzes als Ort der Kommunikation zu fördern.

Anwohner Reinhard Braun wies auf Lärm und Müll-Hinterlassenschaften durch Jugendliche hin, die den Platz wegen seines optisch geschlossenen Charakters gern zum Feiern benutzten. Der Spielplatz mit dem Piratenschiff als Mittelpunkt werde von Kindern sehr gut angenommen, zeigten sich mehrere Mütter enttäuscht, weil Bewährtes verschwinden solle. Zu diesen zählt auch Katy Walther, die diesen Spielplatz mit ihren fünf und sieben Jahre alten Kindern Niklas und Luzie regelmäßig besucht. Die bei der Vorstellung des Entwurfs angekündigten Gespräche mit der Seniorenhilfe und den Sportvereinen hätten zumindest mit der TGO nicht stattgefunden, informierte Thomas Zeiger. Und Werner Schröder, der seit 30 Jahren in Obertshausen lebt, fragte, welchen Nutzen die Bevölkerung durch die mehr als 700.000 Euro teure Umgestaltung des Beethovenparks habe. 

peba

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