Heimat- und Geschichtsverein berichtet 

Infoabend über Hengster Moor: Ein besonderes Naturschutzgebiet

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Heute gibt es im ehemaligen Gebiet rund um das Hengster-Wirtshaus keine moorigen Stellen mehr, es ist ein trockener Erlen-Birken-Buchenwald entstanden.

Obertshausen - Zu einem Infoabend über das Naturschutzgebiet Hengster hatte der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Obertshausen ins „Karl-Mayer-Haus“ eingeladen.

HGV-Vorsitzender Armin Paul berichtete im Werkstattmuseum über den geschichtlichen Werdegang des Hengster Moors. Er erzählte von seiner Entdeckung durch den Offenbacher Hofrat Dr. Bernhard Meyer Anfang des 19. Jahrhunderts und wie es durch ihn schnell über die Grenzen Deutschlands als botanisches Schatzkästlein bekannt wurde. Paul informierte, dass viele Botaniker sich zu dieser Zeit im Neu-Wirtshaus, das am Rande des Hengstergebietes lag, trafen, um von dort aus ihre Exkursionen zu starten. Dann zerstörte die Trockenlegung das pflanzenreiche Gebiet.

Ab 1906 bemühte sich der Offenbacher Verein für Naturkunde durch Flächenerwerb im Kerngebiet des Moores um den Schutz des Hengsters. Dieses Kerngebiet, das heute südlich der Autobahn A3 liegt, wurde 1923 zum ersten hessischen Naturschutzgebiet erklärt. „Leider konnte es trotz dieses Status seinen Moorcharakter nicht bewahren“, bedauerte Paul. „Denn durch den Bau der Autobahn und des Wasserpumpwerkes Lämmerhecke direkt am Rande des Naturschutzgebietes, fiel der Grundwasserspiegel bis zu sieben Meter ab.“

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Heute gibt es keine moorigen Stellen mehr, es ist ein trockener Erlen-Birken-Buchenwald entstanden. Das Naturschutzgebiet wird seit den 80er-Jahren durch die Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft Obertshausen-Moosbach – kurz NAOM – gepflegt. Deren Vorsitzender Karl Eckel informierte die Anwesenden anschließend über die aktuelle Lage im Hengster und dass es zu früheren Zeiten im Gebiet von Obertshausen und Hausen viele dieser Feuchtgebiete gab.

Auch heute noch hebe sich der Hengster deutlich von den angrenzenden Forsten ab. So berichtete der Vorsitzende des NABU-Obertshausen, Peter Erlemann, dass das Naturschutzgebiet Hengster für die Singvogelwelt ein bedeutender Lebensraum und Brutstätte ist. Heute erfüllt das Moor eine wichtige Funktion für den Luftaustausch und ist der Frischluftzulieferant für die Stadt. Weiterhin ist dieses Gebiet auch Lebensraum und Speisekammer für viele einheimische Tierarten. (eps)

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