Adonia-Projekt führt rund 70 Schüler aus Hessen zusammen

Bibelgeschichte im Musical

Musical-Zeit im Bürgerhaus: Rund 70 Aktive zählt das Projekt, das zum Tag der Deutschen Einheit in Obertshausen Station machte. Fotos: Prochnow

Obertshausen – Gestern noch in der Freizeit, heute schon im Rampenlicht – das Konzept des Vereins Adonia aus Karlsruhe ist einzigartig und spektakulär. VON MICHAEL PROCHNOW

Am Tag der Deutschen Einheit brachte er mit 70 Kindern und Jugendlichen aus ganz Hessen das Musical „Isaak“ auf die Bürgerhaus-Bühne. Das dreht sich um Isaak, den Sohn von Abraham und Sara aus dem Alten Testament. Die Ehefrau ist schon 90, mit dem Kinderwunsch hat es nie geklappt, da verspricht Gott ihr einen Sohn. Diese Zusage erfordert schon ein hohes Maß an Glaube und Vertrauen. Das Paar beweist diese Tugenden und bekommt tatsächlich einen Sohn. Isaak heißt er, der Name folgt dem hebräischem Wortstamm „lachen“.

In der Interpretation der jungen Darsteller ist Isaak ein munterer Freund, kurvt mit dem Rad durch den Saal und ist zu Späßen aufgelegt. Die Gruppe greift immer wieder wichtige Charaktere heraus, lässt durch einen „Professor“ einige der angeblich 4000 Arten zu lachen präsentieren. Das macht Laune und bringt viel Schwung in die Aufführung, fordert aber auch immer wieder ganz leise und hübsch verpackt zum Nachdenken auf.

Sara zum Beispiel lacht nach der alles verändernden Mitteilung erst mal „in sich“. „Mit 90 noch ein Kind? Gott hat Humor!“ Hat er auch, untermauert das Ensemble immer wieder mit fröhlich-flotten Gesängen. Abraham vertraut und gehorcht dem Vater im Himmel, und das tut Isaak seinem leiblichen Vater gegenüber. So folgt er dem Papa am frühen Morgen arglos auf den Berg Morija. Dort fordert Gott nicht wie üblich, eine Ziege zu opfern, sondern Abrahams eigenen, von Gott selbst verheißenen Sohn.

Chor und Band gelingt es eindrucksvoll und berührend, das Wechselbad der Gefühle in Melodien darzustellen. Die Schüler hatten vom Beginn der Herbstferien lediglich vier Tage Zeit, gemeinsam zu proben. Die Lieder kannten sie allerdings schon zuvor, mit der Bestätigung ihrer Anmeldung zum Musical-Camp erhielten sie eine CD mit allen Werken. Dazu formten die engagierten Leiter, die allesamt ehrenamtlich arbeiten, eine stark besetzte und harmonisch spielende Band.

An den intensiven Tagen des Übens probte der Chor auch passende synchrone Gesten ein sowie die Abstimmung mit den Musikern. Dann startete Adonia die Tournee, die in insgesamt vier Städte führt. In Obertshausen sorgte die evangelische Waldkirchen-Gemeinde als Mitveranstalterin für Unterkünfte. Fast zwei Dutzend Familien beherbergten jeweils zwei oder mehr der Aktiven, gestern ging es für die Gruppe bereits weiter zum nächsten Aufführungsort.

Was in Obertshausen bleibt, sind Bilder von strahlenden Gesichtern, eingängige Melodien und Szenen, die sehr professionell ins rechte Licht gerückt und ebenso akustisch abgemischt waren. Noch eindrucksvoller ist der Schwung, der bei den Teilnehmern auf dem gemeinsamen Glauben basiert und diesen überzeugend vermittelt.

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