Schautafeln für historisch bedeutende Plätze

Blicke in die Vergangenheit

Obertshausen - Eine Burgruine, zwei ehemalige Mühlen und zahlreiche historische Gebäude, die längst anderweitig genutzt werden oder längst verschwunden sind: Geschichtsträchtige Orte gibt es in der Stadt viele. Auf die wollen CDU und SPD künftig mit Tafeln hinweisen. Von Thomas Holzamer 

Einst stand sie stolz, die Burg im Hayn – geblieben sind heut’ nur noch Stein’ – von derlei Reimen war in der jüngsten Sitzung des Sport-, Kultur- und Bildungsausschusses zwar nicht die Rede, wohl aber von Einblicken in die Geschichte Obertshausens und seiner zwei Ortsteile. „Geschichte zum Anfassen“, lauten Überschrift und Ziel eines gemeinsamen Antrags der Fraktionen von CDU und SPD.

Dazu soll der Magistrat ein Konzept erstellen, mit dem die Vergangenheit im aktuellen Stadtbild sichtbar gemacht werden kann. Beispielsweise indem an jenen Stellen, an denen ortsprägende Gebäude stehen oder einst gestanden haben, Hinweistafeln angebracht werden. Darauf sollen neugierige Bürger Informationen rund um die Historie des jeweiligen Ortes erfahren.

Damit wollen beide Fraktionen das Wissen um die historische Entwicklung Obertshausens und das einstige Stadtbild fördern. Zugleich, so die Idee der Koalition, sollen die Tafeln Neubürgern ein Kennenlernen des Ortes und seiner Geschichte erleichtern. Die Wenigsten wissen beispielsweise heute noch, dass es in der Kleinstadt einst zwei Mühlen gab. Auch über die Geschichte der Burg im Hayn ist bis heute vieles unbekannt. Vom einstigen Wasserschloss sind heute unweit der Burgstraße nicht mehr als Fundamentreste zu sehen.

Bei der Realisierung der Idee könnte sich das Bündnis auch die Beteiligung der örtlichen Vereine und Sponsoren vorstellen. „Wir haben einen großartigen Geschichtsverein“, lobt Sabrina Grab (CDU). Dieser unterstützte die inhaltliche Ausarbeitung der entsprechenden Tafeln bestimmt gerne, ist sie überzeugt. „Wir dürfen Geschichte nicht zu gering schätzen.“ Daher sei es wichtig, auch den Kindern zu zeigen, wie es früher einmal war. So könnten die Tafeln auch von den örtlichen Grundschulen genutzt werden, regt Grab an. Deren Schüler beschäftigen sich im Sachunterricht ein Halbjahr mit der Geschichte Obertshausen, erläutert Katy Walther (Grüne). Ihr Fraktion befürworte die Idee. Zusätzlich könne man die Schautafeln auch mit QR-Codes versehen, über die Smartphon-Nutzer an zusätzliche Informationen im Netz gelangen.

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Solche Tafeln interessierten wohl nur wenige, daher sehe seine Fraktion die Idee eher skeptisch, formuliert FDP-Fraktionsmitglied Axel Kuhn. Ihm widersprach Sascha Roth (CDU). Bei vielen Kindern und Jugendlichen wecke es durchaus Interesse, wenn ein Schild da stehe, das zeige, was dort einst war und heute nicht mehr ist, erläutert Roth aus der Erfahrung mit dem eigenen Nachwuchs. Der habe in der Regel dann schnell das Smartphone in der Hand, um per Suchmaschine mehr zu erfahren.

Zur Frage der Bürger für Obertshausen, von welchen Kosten für die Realisierung der Idee in etwa auszugehen sei, könne man erst im Zuge der Prüfung durch die Stadtverwaltung eine Aussage treffen. „Dazu müssen wir erst mal wissen, in welchen Rahmen sich der Aufwand bewegt“, sagt Sabrina Grab. Für die Anbringung der Tafeln ließen sich unter Umständen auch Sponsoren gewinnen, fügt SPD-Fraktionschef Manuel Friedrich hinzu.

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