Umgestaltung

Bürger dürfen beim Beethovenpark mitreden

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Ob die Umgestaltung des Beethovenparks noch dieses Jahr beginnen kann, steht noch nicht fest.

Obertshausen - Es ist ein Thema, das Obertshausen schon seit sechs Jahren beschäftigt: die Umgestaltung des Beethovenparks. Eigentlich sollte das Areal dieses Jahr ein neues Gesicht bekommen. Ob daraus noch etwas wird, ist fraglich. Von Lena Marie Jörger 

Zunächst soll es einen Ortstermin mit Bürgern geben. Eine Rutsche in Form einer Ledertasche, ein überdimensionaler Gürtel und ein Klettergerüst mit Nadeln und Lederstücken – die neuen Spielgeräte, die das Ingenieurbüro Bierbaum und Aichele für den Beethovenpark geplant haben, sehen schick aus und verweisen auf Obertshausens Vergangenheit als Standort der Lederwarenindustrie. Dennoch: Sie sind zu teuer. Zumindest nach Ansicht einiger Mitglieder des Umwelt-, Verkehrs- und Bauauschusses. Der diskutierte in seiner Sitzung gestern über die Umgestaltung des Geländes, die eigentlich für dieses Jahr vorgesehen war.

Ob daraus noch etwas wird, ist aber fraglich. Im Juni hob der Magistrat die Ausschreibung auf. Der Grund: Die Kosten für das Projekt schossen in die Höhe, selbst das günstigste Angebot lag deutlich über dem Budget von etwa 800.000 Euro, das sich aus Förder- und Haushaltsmitteln zusammensetzt. Aus etwa 777.000 Euro Baukosten wurde eine Million. Deutlich zu viel für die Stadt, die ohnehin knapp bei Kasse ist.

Neuplanung mit 200.000 Euro Ersparnis

Das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro Bierbaum und Aichele speckte den ersten Entwurf daraufhin noch einmal ab, schlug unter anderem vor, um die bereits angeschafften Seniorenspielgeräte Rasen zu säen statt einen teuren Fallschutzbelag aufzutragen. Ebenfalls zu teuer: die Sanierung des Kiosks. „Die Arbeiten würden zwischen 100.000 und 150.000 Euro kosten“, erläuterte Erster Stadtrat Hubert Gerhards. Ein Abriss sei günstiger. Ingesamt ließen sich mit der Neuplanung knapp 200.000 Euro einsparen. Damit lägen die Baukosten sogar um etwa 10.000 Euro unter dem ursprünglich angedachten Betrag von 777.000 Euro.

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Würden die neu geplanten Arbeiten bald ausgeschrieben, könnte im September Baubeginn sein. Dann würden auch Fördergelder in Höhe von 117.000 Euro fließen. Ansonsten verfallen sie. Für viele Ausschussmitglieder sind die niedrigeren Baukosten für die zweite Park-Version aber nicht nachvollziehbar. Ulrike Sieger-Koser (CDU) forderte daher eine erneute Kostenaufstellung, um nachvollziehen zu können, wie sich die Beträge zusammensetzten. „Außerdem müssen es ja nicht die teuersten Spielgeräte sein“, regte sie an.

Stadtverordnetenvorsteherin Heide Heß, die im Publikum saß, beklagte, dass mit Abbruch des Kiosks auch die öffentlichen Toiletten im Park wegfielen. Ein Ersatz sei aber nicht geplant, erwiderte Gerhards. Er erinnerte auch daran, dass man bereits seit sechs Jahren über die Umgestaltung des Areal diskutiere. „Wenn wir das nochmal hinauszögern, war die ganze Planung umsonst.“ Helmut Hiepe (SPD) und Felicia Proschitzki (Bündnis 90/Die Grünen) forderten dennoch, die Planung auch den Bürgern bei einem Ortstermin vorzustellen. „Mit Bürgerbeteiligung wäre die Fehlplanung nicht passiert“, sind sich die Grünen einig. Nun sollen die Obertshausener einbezogen werden. Wann die Sondersitzung des Ausschusses stattfindet, ist aber noch nicht bekannt.

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