Bürgerbüro im Einkaufszentrum?

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Das Einkaufszentrum an der Königsberger Straße in Obertshausen ist nach Ansicht von SPD-Chef Helmut Hiepe ein denkbarer Standort für ein zentrales Bürgerbüro.

Obertshausen - Geht es nach der SPD Obertshausen, dann wird in der Stadt, ähnlich wie in benachbarten Kommunen, ein zentrales Bürgerbüro eingerichtet. Nach Angaben des SPD-Vorsitzenden Helmut Hiepe wird die Fraktion in Kürze einen entsprechenden Antrag ins Stadtparlament einbringen. Von Karl-Heinz Otterbein

Wir betrachten es als einen unhaltbaren Zustand, dass in einer Zeit, in der unter Berücksichtigung von Bürgerorientierung der Bürgerservice einen hohen Stellenwert hat, in Obertshausen kein Bürgerbüro vorgehalten wird“, erläuterte Hiepe gegenüber unserer Zeitung. „Mit der Vorhaltung eines Bürgerbüros als Anlaufstelle der Bürger für kommunale Angelegenheiten könnte der Service für die Bürger durch den ,Dienstleistungsbetrieb Stadtverwaltung Obertshausen' beachtenswert verbessert werden“.

Die wichtigsten Ziele, die mit der Vorhaltung eines Bürgerbüros verbunden werden sollten, seien eine bessere Kundenorientierung, ein Leistungsspektrum, das den Bedürfnissen der Bürger Rechnung trage, die Verkürzung von Wegezeiten, die Verringerung beziehungsweise Vermeidung von Wartezeiten und die direkte fachkundige und freundliche Beratung „aus einer Hand“.

Um diese Ziele umzusetzen, wurden bereits in den 90er Jahren von vielen Kommunen Bürgerbüros eingerichtet“, so Hiepe. „Auch der Kreis Offenbach und viele Kommunen in unserer Region wie Heusenstamm, Mühlheim und Rodgau und im gesamten Bundesgebiet, verfügen heute über ein Bürgerbüro. In Obertshausen jedoch wurde es bisher versäumt, zur Serviceoptimierung ein Bürgerbüro einzurichten“.

Von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle (KGSt), ein von den Städten, Gemeinden und Kreisen gemeinsam getragenes Entwicklungszentrum für kommunales Management, werde geschätzt, dass bis zu 80 Prozent aller Kundenkontakte einer Verwaltung über ein Bürgerbüro erfolgen könnten. Dies bringe sehr deutlich zum Ausdruck, dass mit einer fachkompetenten Beratung in einem Bürgerbüro dem Kunden „Bürger“ sehr oft ein Service „aus einer Hand“ geboten werden könne. Zur Erledigung seiner Bedürfnisse sei es dann für den Bürger nicht mehr erforderlich, mehrere Stellen aufzusuchen, was für ihn eine erhebliche Zeiteinsparung zur Folge habe.

Neben Beratung und Erteilung von Auskünften könne in einem Bürgerbüro ein großes Spektrum kommunaler Dienstleistungen wie etwa das gesamte Pass- und Meldewesen angeboten werden. Aber auch andere Dienstleister könnten eine Vielzahl von Leistungen wie Fahrkartenverkauf in einem Bürgerbüro anbieten. Eine Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern sei hierbei nicht nur zum Vorteil des Kunden „Bürger“, sondern trage auch zur Kostenreduzierung für die Unterhaltung eines Bürgerbüros bei. „Um möglichst kurze Wege für das Aufsuchen eines Bürgerbüros der Stadt Obertshausen zu realisieren, wäre als Standort eine Liegenschaft in Nähe der Gathofkreuzung an der B448 sehr vorteilhaft, da hier eine zentrale Nahtstelle der beiden Stadtteile Obertshausen und Hausen vorhanden ist“, so Hiepe. „Die Integration eines Bürgerbüros in das dort bestehende Einkaufszentrum sollte bei der Standortsuche kein Tabu sein. Auch könnte ein zentral gelegenes Bürgerbüro als Pilotprojekt für ein zentrales Dienstleistungszentrum der Stadt dienen“.

Nach Meinung Hiepes verursacht ein Bürgerbüro keine zusätzlichen Personalkosten, da nur eine Personalumsetzung innerhalb der Verwaltung erforderlich werde. Auch die Auslastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in betriebsarmen Zeiten sei bedingt durch die elektronische Vernetzung der Verwaltung nicht mit Problemen verbunden. „Mit Rücksichtnahme auf berufstätige Bürger würde die SPD Obertshausen es sehr begrüßen, wenn das Bürgerbüro von Montag bis Freitag jeweils bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet wäre“, so Hiepe.

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