Obertshausens Feuerwehr feiert 150-jähriges Bestehen

Burgfest: Finale mit den Monotones

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Mehrere hundert Fans waren zum musikalischen Höhepunkt des Jubiläumsfests gekommen. Monotones-Sängerin Kerstin Pfau warf bündelweise Hessen-Fähnchen ins Publikum zu ihren Füßen.

Obertshausen - Die Freiwillige Feuerwehr Obertshausen erweiterte ihr traditionelles Burg- zum Jubiläumsfest und feierte ihren 150. Geburtstag. Höhepunkt war der Auftritt der Kult-Band Rodgau Monotones. Von Michael Prochnow 

Keine Frage, das war seine größte Geburtstagsparty. „Und die Gäste bezahlen die Getränke selber.“ Bernd Roth hat ein Leben nach dem Rathaus gefunden. Am Fronleichnamstag stand er vom Vormittag bis zum Abend immer wieder als Moderator auf der Burgfest-Bühne, um ein üppiges Programm zu präsentieren. Dass dabei auch regelmäßig seine Person im Mittelpunkt stand, ließ sich wohl nicht vermeiden. Roth machte auch von Anbeginn an keine Anstalten, seinen privaten Festtag zu leugnen – zu viele wussten Bescheid und schüttelten dem ehemaligen Bürgermeister und Feuerwehrmann die Hände.

Dass auf dem fast unbekannten, sonst kaum genutzten Gelände eigentlich das Jubiläum der Brandschützer gefeiert wurde, war nicht zu übersehen. Mit dem Kreisfeuerwehrtag gelangte allerlei schweres Gerät auf den Parkplatz der Firma Karl Mayer. Einsatzwagen aus drei Jahrhunderten, darunter ein Pumpwagen aus der Zeit, als der Strom noch nicht aus der Steckdose kam.

Die Rettung eines im Fahrzeug eingeklemmten Unfallopfers demonstrierten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr aus dem benachbarten Heusenstamm.

Zwischen dem historischen Gemäuer aber deutete zunächst nichts auf den runden Geburtstag der Wehr hin. Peter Lorenz, Schlagersänger, Arrangeur und Komponist aus Unterfranken, verbreitete Stimmung wie vom Burgfest gewohnt. Dabei unterstützte ihn heuer seine Schwester, die mit kernigen und rockigen Hits auf die große Attraktion am Abend deutete. Kinder- und Jugendfeuerwehr backten wie gehabt Crêpes und füllten Wassereis ab, luden den Nachwuchs in eine Hüpfburg und an die Kübelspritzen ein.

Ein sehenswertes Geschenk brachten dann die Kameraden von der Heusenstammer Wehr mit: Ein gutes Dutzend Aktive demonstrierte in voller Montur bei schwüler Hitze, wie ein Opel Corsa in ein Cabrio verwandelt wird, um einen eingeklemmten Verletzten nach einem Unfall zu retten. Den mimte der 17-jährige Max von der Obertshausener Jugendwehr, die zusammen mit den Jüngsten einen Löschangriff demonstrierte.

Feuerwehr Obertshausen feiert Burgfest: Bilder

Auf der Burg-Bühne begrüßte Conférencier Roth eine vielseitige Musikauswahl. Neben dem Duo Lorenz brachte die Gruppe Signum Karos das Mittelalter ins Gemäuer. Das junge Team der Musikschul-Band „A Tip To Accordance“ um Sängerin Paula überzeugte mit viel Talent und Gefühl.

Am Abend gehörte das Gelände dann dem „Mittel-Alter“ und bekannte Gesichter „Ü40“ scharten sich in lockerer Runde vor der zweiten Bühne auf dem Parkplatz. „Ja, was is dann jetzt!“ Die „Rodgaus“ ließen nicht lange auf sich warten, und mit ihnen kam zwischen dicken, grauen Wolken die Sonne hervor. Ausgestattet mit großen Plastikbechern, mit Pils oder Gespritztem, grölten gestandene Männer und vornehme Geschäftsfrauen „Ei Gude, wie?“ mit. Und „iGude“ stand auf dem knallroten T-Shirt eines Fans, der eigens aus der Hamburger Stadtmitte angereist war und die Hits der Hessen-Rocker bis dato nur aus dem Internet kannte.

„Mama lauda“, ist der Titel, dem die Idole ein eigenes Hemd widmeten, „mach mal lauter“, für den Gast von der Elbe übersetzt. Natürlich stimmten die Stars um Peter Osterwold auch das „frauenfeindliche AC/DC-Stück“ an, den „Heinz Schenk als Zombie“ und die Hymne überhaupt, „Erbarme’, die Hesse’ komme’“. Keine Mühe hatte die quirlige Sängerin Kerstin Pfau, die Stimmung weiter anzuheizen. Sie warf bündelweise Hessen-Fähnchen in die 600 Fans zu ihren Füßen, die schwenkten das Weiß-Rot fortan immer wieder.

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