Gerhards macht weiter

CDU-Kritik an mangelnder „Bürger“-Unterstützung

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Enttäuscht über die Wahl-Niederlage von Hubert Gerhards (rechts) zeigt sich auch CDU-Fraktionschef Robert Huber.

Obertshausen - „Die Niederlage unseres Kandidaten Hubert Gerhards bei der Bürgermeisterdirektwahl ist die bitterste Stunde für die CDU in Obertshausen seit der Gebietsreform im Jahr 1977“, sagt Robert Huber. Von Karl-Heinz Otterbein 

„Da braucht man nicht drumherum zu reden. Dass die CDU nach 37 Jahren nicht mehr den Bürgermeister stellen wird, ist eine Zäsur. Und es wird lange dauern, bis dies überwunden sein wird.“ Der Obertshausener CDU-Fraktionschef macht auch vier Tage danach keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über den Ausgang der Wahl, die der als unabhängiger Kandidat angetretene Grünen-Fraktionschef Roger Winter knapp gegen Gerhards gewonnen hat. Und er macht keinen Hehl daraus, dass es in den Reihen der CDU Verärgerung darüber gibt, dass die „Bürger für Obertshausen“, mit deren Fraktion die CDU-Fraktion im Obertshausener Stadtparlament eine Kooperation bildet, den CDU-Kandidaten im Wahlkampf nicht unterstützt hat.

„Die „Bürger“ haben nicht nur den Ersten Stadtrat Hubert Gerhards nicht empfohlen“, so Huber. „Einige von ihnen haben aktiv Negativwerbung gegen ihn betrieben.“ Rein formal sei die Kooperation von der Bürgermeisterwahl nicht berührt, so Huber. Der Urnengang sei nicht Gegenstand der Kooperationsvereinbarung. Und solange die Kooperation bestehe, werde die CDU-Fraktion auch keine offiziellen Gespräche mit anderen Fraktionen über eine Zusammenarbeit führen. Zudem habe „Bürger“-Fraktionschef Rudolf Schulz ihm signalisiert, die Kooperation fortsetzen zu wollen.

Treffen mit Hubert Gerhards

„Wir werden in einer Fraktionssitzung am Freitagabend den Wahlausgang und die Situation nach der Wahl analysieren und dann weitersehen“, kündigte Huber gestern in einem Gespräch mit unserer Zeitung an. „Wenn man eine Wahl verloren hat, muss man etwas falsch gemacht haben. Es ist aber jetzt müßig, darüber zu spekulieren, warum Hubert Gerhards nicht gewonnen hat. Wir müssen nach vorne schauen und werden uns als CDU-Fraktion nicht in den Schmollwinkel zurückziehen.“ Die CDU stelle immer noch die größte Fraktion im Stadtparlament und biete dem künftigen Bürgermeister Roger Winter eine konstruktive Zusammenarbeit an, sagte Huber.

Er glaube nicht, dass es im aktuellen Stadtparlament zu einem Dreierbündnis aus SPD, Grünen und Bürgern für Obertshausen komme, um die CDU in die Opposition zu schicken. Ohne die CDU gebe es im Stadtparlament keine stabile Mehrheit. Und die Union werde alles daran setzen, auch nach der Kommunalwahl im Frühjahr 2016 stärkste Kraft in Oberthausen zu bleiben und den Ersten Stadtrat zu stellen.

Roger Winter ist neuer Obertshausener Bürgermeister

Roger Winter ist neuer Obertshausener Bürgermeister

Zudem gehe er davon aus, dass Gerhards seine bis 31. Juli 2016 laufende Amtszeit als Erster Stadtrat erfüllen werde. Die CDU-Fraktion werde Hubert Gerhards sicher nicht dazu motivieren, sein Amt vorzeitig zur Verfügung zu stellen. Gerhards selbst erklärte gestern auf Anfrage, er werde sein Amt als Erster Stadtratganz gewiss nicht vorzeitig aufgeben. „Wenn meine Gesundheit mitspielt, werde ich selbstverständlich bis zum 31. Juli 2016 im Amt bleiben“, sagte der bald 63-Jährige. „Dann ist aber für mich schon aus Altersgründen Schluss.“

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