„Mehr flexible Angebote für den Verkehr“

Corina Retzbach ist Spitzenkandidatin der Obertshausener Grünen für das Stadtparlament

Corina Retzbach will für die Obertshausener Grünen ins Stadtparlament einziehen.
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Corina Retzbach will für die Obertshausener Grünen ins Stadtparlament einziehen.

Fünf Parteien, fünf starke Frauen und drei davon auf Platz eins der Kandidatenlisten. Die erste Garde in Obertshausens Lokalpolitik dürfte mit der Kommunalwahl am Sonntag, 14. März, nicht nur jünger, sondern auch weiblicher werden. Dabei sind die Kandidatinnen auf den vorderen Listenplätzen längst keine Unbekannten mehr in der Stadt.

Obertshausen - In loser Reihenfolge stellen wir die fünf „Spitzenkandidatinnen“ vor: heute Corina Retzbach, Spitzenkandidatin der Grünen.

Interessiert hat sich die gebürtige Stuttgarterin „schon immer“ für Politik. Und dass, obwohl sie in einer eher unpolitischen Familie aufgewachsen sei. Doch mit dem eigenen politischen Engagement sollte es noch dauern: Vor 35 Jahren zog es die heute 61-jährige Systemadministratorin zunächst beruflich nach Obertshausen, da sie im Rhein-Main-Gebiet eine Stelle in der Geschäftsführung einer IT-Firma angeboten bekam. „Für Politik fehlte mir da einfach die Zeit, da ich mich voll und ganz auf den Beruf konzentrieren wollte.“

Erst vor gut zwei Jahren trat sie bei Bündnis 90/Die Grünen ein, seit vergangenem Jahr gehört sie zum Vorstand der Obertshausener Grünen. Doch ihre politische Heimat sah sie bei der Klimaschutzpartei schon länger. Noch bevor sie in die IT-Branche ging, absolvierte sie eine Ausbildung zur Gärtnerin. Wegen Allergien konnte sie den Beruf dann allerdings nicht ausüben: „Ich hatte schon immer eine starke Bindung zur Natur, und dafür will ich mich auch kommunalpolitisch stark machen.“

Corina Retzbach will mit dem Team der Grünen in Obertshausen „die Weichen für die Zukunft stellen“. Der Erhalt der Grünflächen für die Bürgerinnen und Bürger sei ihr dabei genauso wichtig wie Klimaschutzanstrengungen im Bereich Energie und Verkehr. „Wir brauchen Naherholungsflächen und Kaltluftschneisen“, sagte die 61-jährige. Deshalb lehnen sie und ihre Partei ein Gewerbegebiet südlich der A3 auch kategorisch ab.

Einen weiteren Schwerpunkt legt Retzbach auf „Mobilität für alle“. Hier vor allem auf sichere Verkehrswege für Radfahrer und Fußgänger und zusätzliche Angebote wie den Hopper: „Ein Gespräch mit einer 78-jährigen Frau kürzlich hat mir die Bedeutung dafür noch mal vor Augen geführt“, erzählt die Spitzenkandidatin, „sie erzählte mir, dass sie zwar gerne die Öffentlichen nutzt, aber die enge Taktung zwischen Bus und S-Bahn für sie körperlich kaum machbar sei, weshalb wir mehr flexibele Angebote für den Verkehr brauchen.“ Auch den Ausbau der Kitas habe sie auf ihrer Agenda weit oben.

Bei einer Wahl ins Stadtparlament will sie sich für eine sachorientierte Politik einsetzen. Auch dass über Parteigrenzen hinweg zusammengearbeitet werde, halte sie für entscheidend, um das Beste für die Stadt zu erreichen.

Doch Corina Retzbach ist mittlerweile nicht nur kommunalpolitisch aktiv, auch in ihrer Freizeit engagiert sich die 61-Jährige vielfältig. Seit fünf Jahren ist sie in der Flüchtlingshilfe unterwegs. Auch bei „Obertshausen hilft“, eine Initiative, die Menschen durch die Corona-Krise helfen will und vergangenes Jahr den Nachbarschaftspreis gewonnen hat, ist Retzbach aktiv. Hier kümmert sie sich vor allem um Organisatorisches.

Wenn sie sich nicht für andere einsetzt, dann ist sie gerne auf Reisen. „Das erdet mich und führt mir vor Augen, in welch privilegierter Position wir sind“, sagt Retzbach, „in manchen Ländern sterben Menschen zum Beispiel dafür, dass sie wählen gehen wollen.“

Als weitere Herausforderung neben dem Kommunalwahlkampf hat Retzbach mit dem Lernen der arabischen Sprache begonnen. Mit dem Arabischen kam sie durch die Flüchtlingshilfe in Kontakt. „Es ist für einen Europäer total fremd, auch manche Laute sind sehr ungewohnt.“ Wichtig beim Lernen sei, dass man die Sprache auch lesen und schreiben könne und nicht nur sprechen. (Von Lukas Reus)

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