Viele Helfer gehören zu Risikogruppe

Coronakrise: Awo auf der Suche nach Verstärkung

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Winfried Eppert und Monika Hodak sind zwei der Fahrer bei der Awo. Hodak hilft eigentlich im Waldkindergarten, meldete sich freiwillig und hilft nun als Fahrerin aus.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Obertshausen sieht sich der Corona-Krise bislang gewappnet. Trotzdem sucht sie ehrenamtliche Helfer zur Verstärkung.

  • Coronakrise in Hessen
  • Die Awo Obertshausen sucht nach Verstärkung
  • Der Verband kümmert sich um pflegebedürftige Menschen

Obertshausen – Sie kümmern sich um pflegebedürftige Menschen, liefern Essen und übernehmen Fahrdienste für all jene, die den Alltag alleine nicht meistern könnten. Und auch in der aktuellen Corona-Krise sind sie für die Menschen, die aufgrund ihres Alters und Vorerkrankungen zumeist der Risikogruppe angehören buchstäblich lebenswichtig. Doch was ist, wenn jene, auf die so viele angewiesen sind, selbst ausfallen, sei es durch Krankheit oder eigene Vorerkrankungen, die wegen des Coronavirus ein zu hohes Risiko für die Helfer selbst darstellen. Genau diesem Problem sieht sich gerade die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Obertshausen ausgesetzt, für die gerade bei den Fahrdiensten und dem Essen auf Rädern viele ältere und ehrenamtliche Helfer unterwegs sind.

Coronakrise in Hessen: Awo Obertshausen auf der Suche nach Verstärkung

„Wir haben es allen ab 60 Jahren freigestellt, ob sie fahren möchten“, erläutert Geschäftsführerin Ursula Stadler. Der überwiegende Teil des Teams sei jedoch weiterhin im Einsatz und hoch motiviert, lobt sie. Auch coronabedingte Ausfälle habe man bisher noch nicht verzeichnen müssen.

Nichtsdestotrotz ist die Awo derzeit auf der Suche nach Verstärkung, hat auch einen Aufruf im Internet gestartet. Denn, dass die Situation so bleibe, könne man sich angesichts der vielen Menschen, die auf die Unterstützung der Awo angewiesen sind, jedoch nicht verlassen. „Wir sind hier in Obertshausen ja noch am Anfang“, befürchtet Stadler. Daher will das Team rechtzeitig vorsorgen, zumal die Helfer auch noch eingearbeitet werden müssen.

Erzieherinnen aus Obertshausen packen in Coronakrise bei Awo mit an

Verstärkung kommt dabei auch aus den eigenen Reihen. „Vier Erzieherinnen aus unseren Waldkindergärten, die ja gerade geschlossen sind, haben sich freiwillig bereit erklärt, als Fahrerinnen einzuspringen“, freut sich deren Geschäftsführer Rudolf Schulz. Und auch über die Aktion „Obertshausen hilft“ sei ein Kontakt zustande gekommen, ergänzt Stadler.

Eine Obertshausenerin habe sich ebenfalls gemeldet, die für das Team Mundschutz nähen möchte, berichtet Schulz. Denn der Schutz der Mitarbeiter steht bei der Awo an erster Stelle, betont Ursula Stadler. Neben Handschuhen für die Fahrer werden zur Sicherheit vor allem Lenkräder und Türgriffe in den Fahrzeugen regelmäßig mit Oberflächendesinfektionsmittel gereinigt. Und auch die Belieferten leisteten ihren Beitrag, um die Abstandsregeln einzuhalten. „Viele haben inzwischen einen Stuhl vor ihre Wohnungstür gestellt, auf den die Fahrer das Essen einfach ablegen und dann klingeln können“, erläutert die Geschäftsführerin. Bei allen, die weniger mobil seien, achte das Team auf den nötigen Abstand. So werde unnötiger Kontakt vermieden.

Obertshausen: Awo-Pflegepersonal muss von Corona verschont bleiben

Ein Bereich, in dem dies jedoch auch in Zeiten von Corona nicht möglich ist, ist die ambulante Pflege. „Da sind unsere Pflegebedürftigen auf uns angewiesen“, erläutert Ursula Stadler. „Da müssen wir hoffen, dass wir in den kommenden Wochen nicht zu viele Krankheitsfälle haben.“ Denn, anders als bei den Fahrdiensten, könne in der ambulanten Pflege das ausgebildete Fachpersonal nicht ohne Weiteres von freiwilligen Helfern ersetzt oder unterstützt werden. Und fachkundiges Pflegepersonal zu finden, ist schon ohne Corona-Krisen nahezu unmöglich.

Wer die Ehrenamtlichen der Awo bei ihren Fahrten in Obertshausen und Heusenstamm unterstützen möchte, braucht dazu nur einen Führerschein und ein wenig Ortskenntnis. Melden können sich Interessierte per Mail an info@awo-obertshausen.de. Bei Fragen ist das Team unter 06104 49484 erreichbar.

VON THOMAS HOLZAMER

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