Lage ändert sich beinahe täglich

Corona-Krise stellt Verwaltung vor viele Herausforderungen

Die Corona-Krise stellt die Verwaltung in Obertshausen vor viele Herausforderungen.
+
Die Corona-Krise stellt die Verwaltung in Obertshausen vor viele Herausforderungen. (Symbolbild)

Und täglich grüßt das Murmeltier in der Corona-Krise – oder in diesem Fall die Mail aus Dietzenbach.

Obertshausen – In dieser informiert das Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrum des Kreises Offenbach die städtischen Verwaltungen über die neuen Zahlen und aktuelle Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie. Etwa wie viele Neuerkrankungen, Todesfälle, aber auch Menschen, die wieder gesund sind, es im Kreisgebiet gibt. Die Informationen von Kreis, Land und Bund bilden die Arbeitsbasis für die Mitglieder des städtischen Verwaltungsstabes. Dieser tagt im Moment täglich, denn die Gesetzeslage auf Bundes- und Landesebene ändert sich schnell.

Was bedeutet das für Obertshausen? Was muss vor Ort umgesetzt werden? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich das Gremium, in dem neben Bürgermeister Roger Winter und dem Ersten Stadtrat Michael Möser alle städtischen Fachbereiche vertreten sind. Daneben steht der Rathauschef per Telefonkonferenz im ständigen Austausch mit dem Landrat und den Bürgermeistern, um ein einheitliches Vorgehen der Kreiskommunen abzustimmen.

Im Vordergrund stehe für die Stadt dabei, handlungsfähig zu bleiben und so gut wie möglich für ihre Bürger da zu sein, berichtet Winter. „Alles dringend Notwendige muss weiter möglich sein, freiwillige Aufgaben sind in einer solchen Situation jedoch nur eingeschränkt bis gar nicht möglich“, betont Obertshausens Bürgermeister. Wichtig sei, dass die Grundversorgung erhalten bleibe. Dazu gehört unter anderem, dass die Wasserversorgung sichergestellt ist und auch der Müll abgeholt wird.

Und so ist es in der Stadtverwaltung während des „Shutdowns“ zwar ruhiger geworden, da aufgrund der Schließung von Rathäusern, Kitas und Schulen derzeit kein Besucherverkehr herrscht, zu tun gibt es dennoch mehr als genug. Denn auch im Notbetrieb gehen Baumaßnahmen weiter, laufen Planungen, stehen Abrechnungen und viele weitere Aufgaben an.

Und dabei darf auch der Schutz der eigenen Mitarbeiter nicht zu kurz kommen. Gearbeitet wird in der Verwaltung und den außen liegenden Dienststellen nach einem fein abgestimmten Modus, teils im Büro oder mobil von zu Hause. „Es geht darum, nach wie vor die sozialen Kontakte zu minimieren, genau diesen Anweisungen folgen wir damit“, betont Bürgermeister Roger Winter.

„Dort, wo es mit weniger Präsenz oder sogar ohne funktioniert, da setzen wir es derzeit auch um.“ Das gelte auch für Magistrats-, Ausschuss- und Stadtverordnetensitzungen. Für den Verwaltungsstab geht die Arbeit weiter. So laufen zum Beispiel schon die Planungen für eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im großen Saal des Bürgerhauses, der in diesem Krisenfall auch die Gültigkeit der Bürgermeisterwahl beschließen kann. Und so stellt die Krise auch bei der Amtseinführung des neuen Bürgermeisters den städtischen Gremiendienst vor neue Herausforderungen.

Für viele Diskussionen, auch aufgrund zahlreicher neuer Auslegungen auf Landesebene, habe die Schließung von Eisdielen geführt. „Auch wenn wir manche Argumentation der Betreiber durchaus nachvollziehen können, sind wir an die Weisungen der Landesverordnung gebunden“, betont Winter. Deren zahlreiche Änderungen hatten die Situation nicht einfacher gemacht. Froh ist man bei der Stadt derweil, dass – anders als in vielen Nachbarstädten – der Bauhof weiterhin geöffnet bleiben kann. „Dazu tragen auch die Bürgerinnen und Bürger bei, die sich vernünftig verhalten und den Anweisungen des Bauhof-Teams folgen“, lobt Erster Stadtrat Michael Möser.

Stolz sind Obertshausens Hauptamtliche zudem auf die große Solidarität, die derzeit überall in der Stadt zu beobachten ist. „Trotz all der Herausforderungen, die die aktuelle Zeit an uns stellt, ist es auch gut zu sehen, mit welch positiver Kraft viele Bürgerinnen und Bürger der Krise begegnen; zum einen, weil sich die meisten an die Einschränkungen halten, zum anderen die Solidarität, die sich in der Stadt zeigt“, sagt der Rathauschef. Erwähnt seien an dieser Stelle einmal mehr die beiden Initiativen „Obertshausen hilft“ und „Rette deinen Ort“, die sich zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Mitbürgern und des lokalen Gewerbes engagieren.

Wie lange das öffentliche Leben und die Arbeit der Stadtverwaltung noch unter all diesen Restriktionen laufen muss, ist unklar. „Die Situation hat in den vergangenen Wochen teilweise die 24-Stunden-Einsatzbereitschaft des Verwaltungsstabs erfordert – und das sieben Tage die Woche“, berichtet der Rathaus-Chef. Es galt und gilt immer wieder, Verordnungen und interne Abläufe neu zu bewerten. Und auch heute tagt das Gremium erneut. Dann geht es vermutlich auch um die praktische Umsetzung dessen, was gestern auf Bundesebene beschlossen wurde.

VON THOMAS HOLZAMER

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare