Kroaten üben Kritik

Urteil ums Relegationsspiel: FC Croatia fühlt sich unfair behandelt

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Milan Podnar (Zweiter von links) und seine Vorstandskollegen fühlen sich nicht fair behandelt.

Obertshausen - Einspruch gegen die Wertung seines Relegationsspiels zum Verbleib in der A-Klasse Offenbach-Ost gegen den HFC Bürgel legte der Fußballclub Croatia (FCC) ein. Von Michael Prochnow 

Das Kreissportgericht wies die Klagen gegen Regelverstoß des Gegners und rassistische Angriffe ab, ohne auf alle Vorwürfe einzugehen, kritisiert der Vorstand des Obertshausener Vereins. In diesen Wochen kämpft das Team von der Georg-Kerschensteiner-Straße mehr am Schreibtisch als auf dem Rasen. Anlass sind drei Spieler des Gegners, die nach Aussagen von Zeugen den Platz verließen, um sich einem Gerangel unter Zuschauern zuzuwenden, ohne dass der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen habe, erklärt Milan Podnar. Zudem haben Besucher die Croatia-Fans mit rassistischen Beschimpfungen beleidigt, so der FCC-Vorsitzender weiter.

Bei der Verhandlung in Mühlheim-Dietesheim seien die Kritikpunkte des Vereins jedoch nicht berücksichtigt worden, kritisiert der Sprecher den ablehnenden Bescheid. Die Gerichtsbarkeit des Hessischen Fußballverbands wollte die Anklage der Obertshausener Sportler erst gar nicht aufgreifen.

Dabei haben mehrere Vereinsmitglieder von Croatia bezeugt, dass das Trio der gegnerischen Mannschaft vor einem Pfiff des Schiedsrichters vom Feld gerannt ist, was vom Unparteiischen nicht geahndet wurde (wir berichteten). Die Bürgeler haben sich offensichtlich an Rangeleien auf der Tribüne beteiligt. Schiri Lukas Sporck behauptete, das Spiel sei wegen des Balls im Aus unterbrochen gewesen.

Daneben beklagen die Kroaten, dass sie bei dem Match wiederholt in ihrer Landessprache beschimpft und sogar verbal mit dem Tode bedroht worden sind. Auch dieser Vorwurf wurde mit dem Urteil, das Jürgen Weil als Vorsitzender des Kreissportgerichts, Thomas Gebhardt und Volker Geupel fällten, unter den Tisch gekehrt, beklagt Podnar. Mehrfach heißt es in der Urteilsbegründung, „das Verfahren wird …. mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.“

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Der Beschwerdeführer gibt auch zu bedenken, dass zwei der Bürgeler, denen das Verlassen des Platzes vorgeworfen wird, der Verhandlung ferngeblieben sind. Bereits im Vorfeld der Verhandlung wurde Podnar vom Sportgerichtsvorsitzenden empfohlen, die Anzeige zurückzuziehen, sie werde Croatia wohl keinen Erfolg bringen. „Da war vielleicht schon ein unfaires Vor-Urteil gegen uns gefallen“, interpretiert der Vorsitzende.

„Wir sind mit 45 Jahren einer der ältesten Sportvereine von Migranten im Land“, sagt Milan Podnar. „Für unseren kleinen Verein ist es okay, in der B-Klasse zu spielen. Aber nicht unter diesen Bedingungen.“ Besonders schmerzhaft sei es, dass seine Gemeinschaft selbst von der Instanz des Sportgerichts nicht vor Angriffen aufgrund ihrer Herkunft geschützt werde.

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