„Politik transparent machen“

Deborah Goldbach ist in Obertshausen Jusos-Vorsitzende und auf Platz zwei der SPD-Liste

Deborah Goldbach will für die Sozialdemokraten ins Stadtparlament einziehen.
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Deborah Goldbach will für die Sozialdemokraten ins Stadtparlament einziehen.

Fünf Parteien, fünf starke Frauen und drei davon auf Platz eins der Kandidatenlisten. Die erste Garde in Obertshausens Lokalpolitik dürfte mit der Kommunalwahl am Sonntag, 14. März, nicht nur jünger, sondern auch weiblicher werden. Dabei sind die Kandidatinnen auf den vorderen Listenplätzen trotz ihres jungen Alters längst keine Unbekannten mehr in der Stadt.

Obertshausen - In loser Reihenfolge stellen wir die fünf „Spitzenkandidatinnen“ vor. Heute mit Deborah Goldbach auf Listenplatz zwei der SPD.

Das Interesse für Politik kam bei der 27-jährigen Deborah Goldbach erst nach und nach. „Ich habe oft mit meinen Eltern diskutiert, vor allem wenn ich in den Nachrichten gesehen habe, was aus meiner Sicht falsch läuft.“ In der Schule sei Politik aus ihrer Sicht viel zu wenig behandelt worden: „Wir haben mehr oder weniger nur gelernt welche Parteien es in Deutschland gibt.“

Vor zwei Jahren zog es Goldbach, die Erzieherin in einer Kita in Dietzenbach ist, dann von Offenbach nach Obertshausen. „Mein Vater war schon sein ganzes Leben in der SPD, mich hat es dann auch dahin gezogen.“

In Obertshausen schaffte sie schnell den Aufstieg zum Jusos-Vorsitz, den sie noch immer inne hat. Durch den Vorsitz war sie auch gleichzeitig im Vorstand des Ortsverbands. Sie habe schon von Anfang an versucht, sich möglichst viel einzubringen und sei auch zu vielen Stadtverordnetenversammlungen gegangen, um Kommunalpolitik-Luft zu schnuppern. Dadurch habe sie sich immer mehr für die kommunale Politik begeistern können und ist nun sogar die weibliche Spitzenkandidatin für die SPD Obertshausen geworden.

Ihr Antrieb schon mit jungen Jahren aktiv zu sein: „Man kann immer leicht an allem meckern, aber man sollte auch selbst was dazu beitragen, damit es besser wird.“ Sie will vor allem ihre Erfahrungen als Erzieherin einbringen, damit die Kinderbetreuung von der Krippe bis zur Ganztagsbetreuung an den Grundschulen in Obertshausen verbessert werden kann. Dies auch um die Vereinbarkeit von Familienleben und Karriere zu optimieren. Ein Problem liege allerdings im Mangel an geeigneten Fachkräften: „Es ist schwierig gutes Erzieherpersonal zu bekommen, deshalb ist es wichtig, die passenden Anreize zu schaffen“, sagt Goldbach. Diese Anreize könnten aus ihrer Sicht beispielsweise ein Jobticket für Erzieher oder andere Vergünstigungen sein. „Das können auch kleinere Dinge sein, die die Wertschätzung für diesen Beruf verdeutlichen können.“

Daran knüpfe auch direkt die Frage nach bezahlbaren Wohnraum an. Für sie selbst als Erzieherin sei bezahlbarer Wohnraum nicht das Problem, da sie mit ihrem Partner zusammen wohnt, „aber für Alleinerziehende beispielsweise ist das in Obertshausen schon wesentlich schwieriger“. Hier knüpfe sie vor allem an die Erfahrenheit vom sozialdemokratischen Spitzenkandidat Walter Fontaine an, der auf dem Gebiet des Wohnungsbaus mehr Expertise habe.

Generell sieht sie ihre politischen Vorbilder auf kommunaler Ebene, weniger in der Bundespolitik. Gerade auch erfahrene Persönlichkeiten wie Marius Kroh, auf Listenplatz sechs der SPD, seien Personen, von denen sie viel über die Kommunalpolitik lerne.

Die junge Kandidatin Goldbach will aber auch mehr junge Menschen für die Kommunalpolitik begeistern, da diese ja bekanntlich mit Nachwuchssorgen zu kämpfen hat: „Es ist ganz wichtig Politik transparent zu machen und die junge Menschen in ihren Meinungen ernst zu nehmen und sie auch in Entscheidungen einzubinden.“ Dahingehend seien vor allem Umfragen ein Mittel der Wahl, um dieses Ziel zu erreichen. Aber auch der Einsatz von Sozialen Medien. „Das können wir aber nicht als SPD alleine machen, sondern da müssen alle Parteien an einem Strang ziehen.“ (Von Lukas Reus)

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