Malteser feiern 30 Jahre Menüservice

Von deftig bis zur Schonkost

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Veronika Stiller und Fahrer Ulrich Weitzel gehen gemeinsam die Bestellung für die aktuelle Tour durch.

Obertshausen - Rund 210 Kunden beliefert der Menüservice des Malteser Hilfsdienstes regelmäßig mit Essen. In diesem Jahr feiert des Angebot sein 30-jähriges Bestehen. Von Thomas Holzamer 

„Schweineschnitzel mit Spargel und Sauce hollandaise, Currywurst und einmal der Fisch“, zählt Veronika Weitzel auf und verstaut die einzelnen Gerichte in der großen Warmhaltbox. „Und dann brauche ich noch einmal die Steinpilzsuppe“, erinnert Fahrer Ulrich Weitzel, der die Gerichte mit der Liste der Menükunden abgleicht, die er heute auf seiner Tour besucht. Wichtig ist dabei auch die Reihenfolge, in der die heißen Menüschalen aus dem großen Konvektomat in die blaue Iso-Box wandern – immer in umgekehrter Reihenfolge, wie sie später bei der Auslieferung wieder herausgenommen werden.

Es ist 9.30 Uhr und an der Ausgabe der Küche der Malteser-Station an der Bieberer Straße herrscht rege Betriebsamkeit. Dort nehmen die Fahrer des Menüservice die fertigen Gerichte entgegen, bevor es pünktlich um 9.45 Uhr zu den ersten Kunden geht. Zwischen 10 und 13 Uhr wird ausgeliefert.

Denn die wollen ihr Essen pünktlich auf dem Tisch haben, erläutert Rainer Faust, Leiter der Obertshausener Dienststelle und Kreisbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes. Und das hat in manchen Fällen auch einen ernsthaften Grund: „Gerade für unsere Diabetespatienten ist es wichtig, dass sie ihr Essen zu festen Zeiten bekommen“, erklärt er. Etwa weil zur vereinbarten Zeit auch der Pflegedienst vor Ort sei und den Menschen beispielsweise bei der notwendigen Insulinspritze helfe.

Viele Menükunden möchten ihr Mittagessen auch möglichst früh haben, berichtet die Menüservice-Leiterin Güli Niebuhr. Sie koordiniert das Team von Fahrern, die auf sechs verschiedenen Touren durchschnittlich etwa 170 Menüs an die rund 210 Kunden liefern – von Obertshausen nach Offenbach, Seligenstadt Neu-Isenburg oder Mühlheim.

Durchschnittlich, denn nicht jeder werde jeden Tag beliefert, erläutert sie. So bestellen sich manche Kunden nur für einige Tage der Woche ihr Essen bei den Maltesern, um sich zwischendurch das Kochen zu sparen. „Die Gerichte werden dann einmal in der Woche tiefgekühlt geliefert und die Kunden brauchen sie nur in den Ofen schieben, wenn sie einmal keine Zeit oder Lust zum Kochen haben“, sagt Niebuhr. Besonders beliebt sei dieses Angebot bei der Altersgruppe der Ende-Sechzig- und Anfang-Siebzig-Jährigen. „Die wollen zeitlich flexibel bleiben und sich ab und an den Aufwand des Kochens ersparen“, ergänzt Rainer Faust. Zumal die Menüs – entgegen dem weitverbreiteten Denken – geschmacklich hervorragend seien. Und so verwundert es nicht weiter, dass auch die Mitarbeiter der Malteser-Station regelmäßig ihr Mittagessen beim hauseigenen Service mitbestellen.

Wählen können die Kunden bei der warmen Küche täglich zwischen fünf Gerichten. Vertreten ist dabei gut bürgerliche Küche ebenso wie kleine Gerichte oder Schonkost. Noch mehr Auswahl haben jene, die sich das Essen wöchentlich als Tiefkühl-Ware liefern lassen. Sie wählen aus dem Bestellkatalog die gewünschten Gerichte.

In diesem Jahr feiert das Angebot seinen 30. Geburtstag. Dafür hat sich das Team einige Aktionen einfallen lassen. So bringen Ulrich Weitzel und die übrigen Fahrer ihren Kunden etwa mal ein kleines Dessert oder eine Tafel Schokolade mit.

Inzwischen ist dessen Lieferung für diesen Tag komplett und nach einem kurzen Blick auf die Liste kann es auch schon losgehen.

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