DHL-Paketzentrum

Verkehrschaos wegen neuem Paketzentrum?

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Schon jetzt ist der Bereich um den Autobahnanschluss Oberthausen stark frequentiert, zusätzlicher Verkehr ist zu erwarten.

Obertshausen - Unser Bericht über die Ankündigung der Post-Tochter DHL, auf dem ehemaligen Bundeswehr-Depot-Gelände in Obertshausen das größte Paktezentrum Deutschlands zu bauen, hat viele Menschen in Obertshausen und im benachbarten Heusenstamm aufgeschreckt. Von Karl-Heinz Ottebein

Befürchtet werden vor allem ein Verkehrschaos und zusätzlicher Lärm durch die zahllosen Lkw, die nach der für das Frühjahr 2014 anvisierten Fertigstellung des Zentrums von der ohnehin bereits stark frequentierten Autobahn-Anschlussstelle Obertshausen über die Landesstraße 3117 zum ehemaligen Depotgelände, dem heutigen Gewerbegebiet „Herbäcker“, und von dort wieder auf die A3 zurück rollen.

So vermutet etwa Rainer Pages aus der Obertshausener Lortzingstraße in einem Schreiben an unsere Redaktion, dass sich die Stadtverordneten bei ihrem einstimmigen Beschluss zur Bebauungsplanänderung keine Gedanken über deren weitreichende Folgen durch zunehmenden Verkehr, Lärm und Abgase gemacht und ausschließlich aus finanziellen Erwägungen entschieden hätten. Dieser Auffassung widerspricht Bürgermeister Bernd Roth und versucht, die Gemüter zu beruhigen.

In einem Gespräch mit unser Zeitung erläuterte Roth gestern, dass die Stadt gemeinsam mit dem hessischen Verkehrsministerium nach Lösungen suche, um die Verkehrssituation rund um den Autobahnanschluss Oberts-hausen zu verbessern. „Natürlich war allen klar, dass es mit der endgültigen Entwicklung des Gewerbegebiets Herbäcker zu mehr Verkehr kommen wird“, sagte der Rathauschef. „Sowohl was den Lieferverkehr mit Lkw betrifft als auch Verkehr durch die auf dem Gelände arbeitenden Menschen“.

Studie zur Verbesserung der Verkehrssituation

Nicht zuletzt deshalb hätten alle Fraktionen im Stadtparlament die Beschlussvorlage zur Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet um einen Passus erweitert, mit dem der Magistrat beauftragt wird, in Abstimmung mit Hessen Mobil für eine Verbesserung der Verkehrssituation an dem Knotenpunkt rund um die Autobahnanschlussstelle zu sorgen. Diesem Passus zufolge soll ein verbindlicher Maßnahmenkatalog - gegliedert in kurz- und mittelfristige Maßnahmen - erstellt werden, „der einen in der Regel ungehinderten Verkehrsfluss gerade in den Spitzenzeiten, wie dem morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr, am Knoten und an der Ortsanbindung gewährleistet“. Kurzfristige Maßnahmen sollten hierbei bis zur Nutzung des Gewerbegebiets umgesetzt sein.

Schon vor diesem Beschluss haben sich Roth zufolge Vertreter der Städte Obertshausen und Heusenstamm mit dem hessischen Verkehrsminister Florian Rentsch und Mitarbeitern des Ministeriums getroffen und über die verkehrlichen Engpässe rund um den Autobahnanschluss gesprochen. „Wir haben im Ministerium klar gemacht, dass der Anschluss bereits jetzt in den Hauptverkehrszeiten an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit ist“, so Bernd Roth. „Und wir haben klar gemacht, dass sich die verkehrliche Situation dort durch die Entwicklung des Gewerbegebiets Herbäcker noch verschärfen wird. Erläutert haben wir zudem, dass zu den Problembereichen des Anschlusses auch die zu kurze Einfädelspur in Richtung Frankfurt zählt.“

Minister Rentsch habe zugesagt, das Problem an der Einfädelspur zeitnah in Angriff zu nehmen und diese Spur entsprechend verlängern zu lassen, so dass der auffahrende Verkehr sich dort besser und gefahrloser in den fließenden Verkehr der A3 integrieren könne. Außerdem wolle der Minister bei Hessen Mobil eine Planung in Auftrag geben, um zu ermitteln, ob und mit welchem finanziellen Aufwand eine Verbesserung der Verkehrssituation zu erreichen ist. Bis zum Jahresende solle diese Studie vorliegen und kurz-, mittel- und langfristige Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Danach werde eine weitere Gesprächsrunde stattfinden. „Ziel ist es, dass bis zur Inbetriebnahme des neuen Paketzentrums im Frühjahr 2014 erste Maßnahmen umgesetzt sind“, sagte der Rathauschef. „Das sollte zu schaffen sein“.

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