DHL wählt Standort Obertshausen

Größtes Paketzentrum Deutschlands entsteht

Bonn/Obertshausen - Das ist der Kracher für Obertshausen: Die Post-Tochter DHL will auf dem ehemaligen Gelände des Bundeswehrdepots nahe der Autobahn A3 nach eigenen Angaben das größte Paketzentrum Deutschlands bauen.

Etwa 600 Arbeitsplätze könnten demnach in der Kleinstadt entstehen. Kleiner Wermutstropfen: Etwa 400 Stellen dürften vom Paketzentrum Rodgau verlagert werden. Der Komplex in Nieder-Roden wird eine Zustellbasis.

Wie das Unternehmen gestern mitteilte, werden die Arbeiten für den Bau des Großprojekts noch 2012 beginnen. Partner ist Alpha Industrial, Spezialist für Logistikimmobilien. Nach den Angaben soll der Standort in Obertshausen ab Frühjahr 2014 mit bis zu 50.000 verarbeiteten Sendungen pro Stunde zu den größten Paketzentren Europas gehören. Der Gebäudekomplex ist mit 40.000 Quadratmetern projektiert. Das entspricht einer Fläche von mehr als fünf Fußballfeldern. Allein der Bau des Gebäudes wird der Post zufolge einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Neue Arbeitsplätze sichern

Das Projekt ist Teil eines 750 Millionen Euro schweren Investitionsplans, mit dem die Post ihr Paketgeschäft ausbauen will. Vor allem wegen des expandierenden Internet-Versandhandels, rechnet das Unternehmen mit einem wachsenden Paketaufkommen. Das Zentrum in Rodgau ist laut Post in seinen Ausbau-Kapazitäten begrenzt.

Den Weg für die DHL-Ansiedlung hat die Stadt erst vor wenigen Wochen freigemacht. War zuvor das zum Gewerbegebiet umgewidmete ehemalige Bundeswehrgelände nur für die Ansiedlung kleinerer Logistikeinheiten vorgesehen, wurde der Bebauungsplan in der letzten Stadtverordnetenversammlung geändert, um dem Marktführer im deutschen Paketmarkt den Erwerb eines 140.000 Quadratmeter großen Grundstücks zu ermöglichen.

„Mit diesem Neubau schaffen wir nicht nur eine zusätzliche Plattform für weiteres Wachstum im Paketbereich, sondern sichern auch langfristig bestehende und neue Arbeitsplatze im Großraum Frankfurt“, so Uwe Brinks, Chief Production Officer der Deutschen Post DHL zu dem Coup.

Optimierung der Verkehrsanbindung

„Wir sind stolz darauf, dass sich die Deutsche Post am Standort Obertshausen ansiedeln und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes hier in der Region leisten wird“, hebt Obertshausens Bürgermeister Bernd Roth (CDU) die Bedeutung des Projekts hervor. Aufgrund der zentralen Lage und der hervorragenden Anbindung an das Fernverkehrsnetz biete Obertshausen optimale Voraussetzungen für das größte Paketzentrum Deutschlands.

Für eine Optimierung der Verkehrsanbindung, unter anderem zur Verhinderung von Staus, hat die Stadt bereits Kontakt mit dem Straßen- und Verkehrsmanagement des Wirtschaftsministeriums „Hessen Mobil“ aufgenommen.

fp/dpa

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