Drei Könige mit Maske

Die Sternsinger bringen ihre frohe Kunde in Hausen zu den Menschen

Bei der Aussendungsfeier der Hausener Sternsinger in St. Pius konnten die frohe Botschaft bereits singend verkündet werden. Im Sonntagsgottesdienst am 16. Januar verabschieden sich dann die Weisen.
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Bei der Aussendungsfeier der Hausener Sternsinger in St. Pius konnten die frohe Botschaft bereits singend verkündet werden. Im Sonntagsgottesdienst am 16. Januar verabschieden sich dann die Weisen.

Sie bringen Licht in eine finstere Zeit, einen Stern in eine dunkle Welt. Der Besuch der „Weisen aus dem Morgenland“ erscheint in diesen Tagen als wichtiger denn je, bringen sie doch vielen Menschen einen Hoffnungsschimmer. Mit dieser Verantwortung ziehen gerade auch in Hausen Sternsinger durch die Straßen, bringen mit dem lieb gewonnenen Brauch die frohe Botschaft und wünschen Bewohnerinnen und Bewohner den Segen Gottes.

Obertshausen -Ja, sie singen wieder: „Heller Stern“, das älteste Lied, das ihre Eltern vor fast 40 Jahren einstudiert haben. Oder „wir bauen Brücken über tiefe Gräben“, einer der Hits der Gruppen aus den vergangenen Jahren. „Tri kralja“ und „Ole ole Yolanda“ schmettern sie vor den Türen kroatischer und spanischer Haushalte. Nein, Sternsingen fällt ebenso wenig aus wie Weihnachten. Das haben sich die Kinder und Jugendliche ganz dick auf ihre Fahnen geschrieben.

Knapp 30 Mädchen und Jungen ziehen also mit Gitarren überm Gewand, dem Stern am Stiel, Weihrauch und warmem Tee, Kronen und Karten von der Dreikönigsaktion zu den Adressen der Angemeldeten. Die vier Gruppen bilden Mitglieder aus einer oder zwei Familien. Sie betreten keine Wohnungen, bleiben auf dem Gehsteig, vor der Treppe oder im Hof stehen, um mit Masken singend und betend ihre Nachricht zu verkünden.

„Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit.“ Das Motto der 64. Aktion passt. Es wird vom Kindermissionswerk in Aachen und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ausgegeben und weist stets auf die Situation von Menschen in einem ärmeren Land hin. Diesmal sind den jungen Christen Geschichten, Informationen, Film und ein Lied aus dem von schlimmen Hungersnöten heimgesuchten Südsudan an die Hand gegeben.

Seit ihrem Start 1959 ist das Dreikönigssingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder erwachsen. Rund 1,23 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 76 500 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Mit zuletzt mehr als 10 000 Euro haben auch die Hausener Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration rund um den Globus gestärkt.

Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag durften die Sternsinger vor und nach dem Gottesdienst vor der St. Piuskirche singen. Drinnen verdeutlichte Gemeindereferentin Jutta Moka mit Verbänden und Hygienetüchern, dass die Sternsinger dafür sorgen, „damit sich auch Menschen in anderen Ländern so etwas leisten können, gesund bleiben oder werden“ Mit den Spenden sollen auch Gesundheitsstationen aufgebaut und Ärzte ausgebildet werden.

Mit ihrem Dank hob die Seelsorgerin den Mut und das Engagement der beteiligten Kinder und Gruppenleiter hervor. Sie ziehen mit ihrer frohen Kunde heute zu den Kindergärten und Horten, zu Geschäften, Senioren und Regierenden. Kurz vor Mittag wollen sie die Angestellten im Rathaus an die Not in anderen Teilen der Welt erinnern. Im Sonntagsgottesdienst am 16. Januar in St. Pius verabschieden sich die Weisen. Bis dahin sind auch die aus den Pfarrgemeinden Herz Jesu und St. Thomas Morus im Stadtteil Obertshausen unterwegs – wir berichten. ( Von Michael Prochnow)

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