Dieter Baumgartl bei Badminton-EM

Ich wollte nicht untergehen

Dieter Baumgartl, ein Wegbereiter für Badminton in Obertshausen, hat mit 51 Jahren den Traum seiner Jugend gelebt: Er schaffte es bis zur EM in Portugal. Seine Sportart sieht er im Aufwind. Dieter Baumgartl.
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Dieter Baumgartl, ein Wegbereiter für Badminton in Obertshausen, hat mit 51 Jahren den Traum seiner Jugend gelebt: Er schaffte es bis zur EM in Portugal. Seine Sportart sieht er im Aufwind. Dieter Baumgartl.

Obertshausen/Mühlheim - Sport ist sein Leben: Dieter Baumgartl (51), Mitarbeiter der Lederwarenfirma Picard in Obertshausen, hatte einen großen Auftritt, der ihm in jungen Jahren verwehrt geblieben war.

Er war Teilnehmer der Badminton-Europameisterschaft der Altersklassen im portugiesischen Caldas da Rainha - die Erfüllung eines Jugendtraums. „Ich wollte immer mal an so einer Großveranstaltung teilnehmen“, sagt Baaumgartl. „Dann wurde ich per Lautsprecher als Vertreter Deutschlands angekündigt, das war ein besonderer Moment.“ Insgesamt waren mehr als 800 Spieler aus 31 europäischen Ländern angetreten. Für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) war es eine erfolgreiche Meisterschaftswoche.

Am Ende gab es 13 Endspiele mit deutscher Beteiligung und die Altersklasse Ü70 glänzte. Zuhause spielt Dieter Baumgartl in der Badminton-Abteilung der TG Dietesheim. Deren erste Mannschaft ist gerade in die Bezirksoberliga aufgestiegen. Als größter Erfolg in der Vereinsgeschichte gilt aber Baumgartels Teilnahme an der EM. Unser Redakteur Peter Schulte-Holtey sprach mit ihm.

Herzlichen Glückwunsch zur EM-Teilnahme - so viele EM-Spieler haben wir ja nicht in Obertshausen. Wie ist es dazu gekommen?
Alle fünf Jahre, wenn ich den Sprung in die nächste Altersklasse mache, nehme ich an den Altersklassen-Meisterschaften teil. So hatte ich es schon zwei Mal bis zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften geschafft, ohne jedoch dort je ein Spiel gewonnen zu haben. Dieses Jahr reichte es wieder mit Platz drei bei der Hessen-Meisterschaft und Platz fünf bei der südwestdeutschen Meisterschaft für die Reise nach Berlin. Durch ein einwöchiges Kraft- und Ausdauer-Trainingslager auf Mallorca war ich auf den Punkt topfit, konnte in Berlin zwei Runden überstehen und schaffte es ins Viertelfinale. Als Fünfter wurde ich schließlich sogar als Nachrücker der Deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaften in Portugal nominiert.
Sie haben ja schon als Jugendlicher mit dem Badminton-Sport begonnen. Geht für Sie als Ü-50er ein Traum in Erfüllung?
Ich bin fast Gründungsmitglied der Badminton-Bewegung in Obertshausen, als 1980 die ersten Federbälle in unseren Hallen geschlagen wurden. In den folgenden drei Jahren besuchte ich, als Spieler der untersten Klasse, die in der Nähe stattfindenden Länderspiele und Deutschen Meisterschaften. Vom damals besten deutschen Spieler, Stefan Frey, hängt heute noch ein Poster im Schrank meines Elternhauses. Letzte Woche war ich sein Mannschaftskamerad. Das kann man wirklich als Erfüllung eines Traumes betrachten.
Wie lief es jetzt bei der EM in Portugal - sind Sie mit Ihren Spielen erfolgreich gewesen?
Es war sicher gewagt, sich mit der europäischen Spitze messen zu wollen. Ich wollte nur nicht untergehen, eine gute Rolle spielen. In der zweiten Runde spielte ich gegen einen ungesetzten Tschechen. Wie sich später herausstellt hat, war er der wohl zweitstärkste Spieler des Turniers, da er dem späteren Europameister aus Finnland einen Satz abnahm und selbst kurz vor dem Sieg stand. Der ersten Enttäuschung nach meiner Niederlage wich aber die Freude, gut mitgespielt zu haben und meinen Gegner, der nach dem Matchball einen Jubeltanz aufführte, das Leber mehr als schwer gemacht zu haben.
Und wie war die Stimmung im deutschen Team?
Wir waren schon im Vorfeld per Mail-Rundbrief von Teamchef Klaus Buschbeck bestens informiert worden. Vor Ort gründete er eine WhatsApp-Gruppe, über die Fragen und Infos ausgetauscht wurden.

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