Ein Blick in die Vergangenheit

Kleingartenverein feiert 50. Geburtstag mit prominenten Gästen

Ehrung für langjähriges Engagement: Siegfried Wilz (von links) und Klaus Beuermann, die Vorsitzenden des KGV Obertshausen und des Landesverbands Hessen der Kleingärtner, zeichneten Gründungsmitglied Horst Jakobi aus
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Ehrung für langjähriges Engagement: Siegfried Wilz (von links) und Klaus Beuermann, die Vorsitzenden des KGV Obertshausen und des Landesverbands Hessen der Kleingärtner, zeichneten Gründungsmitglied Horst Jakobi aus

Normalerweise ist es undenkbar, dass der Kleingartenverein klein feiert. Doch ausgerechnet zu seinem 50. Geburtstag tat er genau das. Der Verein beschränkte sich auf geladene Gäste unter der Pergola am Hans-Jürgen-Möser-Platz, anstatt die Jubilare in der Geselligkeit des hessischen Abends auf dem Gartenfest auszuzeichnen. Die Gründe sind bekannt.

Obertshausen – Siegfried Wilz, Vorsitzender des KGV Obertshausen, fasste das halbe Jahrhundert am Rembrücker Weg zusammen. So erzählte er, dass sich zur Gründerversammlung am 2. März 1971 19 Gartenfreunde zusammenfanden. Rund zwei Monate später am 7. Mai folgten ihnen dann 53 Interessierte, die sich in den Verein einschrieben. Acht von ihnen widmeten sich auf dem südlichen Teil des Areals der Kleintierzucht. Zum ersten Vorsitzenden wählte der KGV damals Helmut Usemann, der die 38 Parzellen per Losverfahren zuweisen ließ. Bereits 1972 wurde der heutige Ehrenvorsitzende Hans-Jürgen Möser zum Zweiten Vorsitzenden bestimmt. Neun Jahre später übernahm er dann das Ruder und verlegte gemeinsam mit Ehrenmitglied Klaus Kohlweyer Stromleitungen. In den Jahren zuvor hatte die Gemeinde bereits erste Spielgeräte installiert und es folgten eine Garage sowie der erste Kappenabend. 1986 nahmen die KGVler erstmals am Tag der Umwelt teil, zugleich wurde die Anlage um 56 auf 97 Gärten erweitert. Mit dem Verein auf dem Landsberg in der Partnerstadt Meiningen knüpften die Obertshausener sechs Jahre später Freundschaft. Auch zu den Gartenfreunden Steinau bestand Kontakt. Doch auch in den folgenden Jahren entwickelte sich der Verein weiter. Denn 2008 schlüpften die Kleingärtner unter das Dach des Vereinsrings und bildeten eine Station auf der Apfelwein- und Obstwiesenroute.

Seit 2013 steht Siegfried Wilz an der Spitze eines „sehr guten Teams“, wie er betont. Ihre gemeinsame Feier rund um den Maibaum werde immer beliebter, bis Corona gestalteten Hobbygärtner einen Erntewagen für den Kerb-Umzug und richten den Kerbbaum auf. Zudem setzten etwa Kitas Obstgehölze und Ehepaare Hochzeitsbäume. Auch Ehrenvorsitzender Möser richtete ein paar Worte an die Geburtstagsgesellschaft und dankte für die Zusammenarbeit mit Kohlweyer sowie der Stadt Obertshausen. Zudem kamen der Bundestagsabgeordnete Björn Simon, Bürgermeister Manuel Friedrich und der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi, um dem Geburtstagskind zu gratulieren. Klaus Beuermann, der Landesvorsitzende der Kleingärtner, machte in seiner Rede die Bedeutung von Gärten insbesondere in Ballungsgebieten deutlich.

Als stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands betonte Herbert Trautmann, dass Feste „nur mit genügend Helfern“ zu stemmen seien. Luis Galvez vom Vereinsring blickte zurück, als „ganz Obertshausen aufs Gartenfest strömte“. Ehrenmitglied Klaus Kohlweyer lobte die Bodenständigkeit des Vereins. Der Elektriker bewirtschaftete einst einem Garten mit Bodenheizung, verriet Möser. Sein Sohn Tobias werde als neuer Geschäftsführer des Betriebs die Vereinsarbeit fortsetzen.

Die goldene Ehrennadel erhielten die Gründungsmitglieder Günter Schink und Dieter Werder sowie Horst Jakobi, Hans-Jürgen Möser und Karl Jäschke, die dem KGV ebenfalls seit 50 Jahren angehören. Alle Gründer sind auf einem Gedenkstein verewigt, der am Eingang des Möser-Platzes enthüllt wurde. (Von Michael Prochnow)

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