Corona-Impftag im Vereinsheim von Kickers Obertshausen

Ein Pieks für „immerhin“ 150 Menschen

Zum Impftag hatte Hausärztin Aisha Rahman ins Vereinsheim der Kickers geladen.
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Zum Impftag hatte Hausärztin Aisha Rahman ins Vereinsheim der Kickers geladen.

Noch etwas unentschlossen steht der ältere Herr mit dem schlohweißen Haar vor der weit geöffneten Tür. Eine Mitarbeiterin der Gemeinschaftspraxis Rahman-Detho geht auf ihn zu und beantwortet seine Fragen. Er kann wählen zwischen den Vakzinen von Biontech-Pfizer und Johnson & Johnson, das nur einmal verabreicht wird. Der Mann entscheidet sich für das erstere Mittel und kann gleich seinen Ärmel hochkrempeln.

Obertshausen – Das Hausärzte-Duo Aisha Rahman und ihr Bruder Dr. Faisal Detho haben am Mittwoch zu einem Impftag in die Räume des FC Kickers an der Sporthalle Badstraße eingeladen. Knapp 1000 Dosen der beiden Produkte halten sie bereit, etwa 150 Willige unterschiedlicher Altersgruppen und Herkunft lassen sich bis 21 Uhr den Pieks setzen. „Immerhin 150“, sieht die Medizinerin den Zuspruch positiv. Allein am Tag darauf impfen die Geschwister in ihren Praxen an Alexander-, Otto-Wels- und Dieburger Straße rund 100 Leute.

„Wir spritzen täglich mehr als 50 Patienten“, informiert Aisha Rahman und lächelt: „Wir haben fast ganz Obertshausen durchgeimpft!“ Mit dem Angebot außerhalb ihrer Standorte wollen sie „einfach Leute ansprechen, die nicht in die Praxis kommen wollen“. Angesichts von Reiserückkehrern und Herbst gelte es, so viele Menschen wie möglich vor dem Corona-Virus zu schützen. „Delta ist auf dem Vormarsch“, erläutert die Initiatorin, auch wenn sie in der Rhein-Main-Region noch nicht so stark verbreitet sei.

Corona-Virus: Lambda-Variante „weniger schlimm“

Die Mutation, die zuerst in Indien entdeckt wurde, gefährde durch eine „sehr schnelle Infektion und einen schweren Verlauf“. Der könne allein durch die Impfungen abgemildert werden. Die Lambda-Variante aus Peru schätzt sie als „weniger schlimm“ ein, die vierte Welle sei jedoch nicht mehr zu vermeiden. Dazu hätten im Frühjahr sehr schnell viel mehr Bewohner geschützt werden müssen. Jetzt entwickeln sich zahlreiche Mutationen, das Virus sei nicht mehr zu stoppen.

Empfänger des Biontech-Wirkstoffs müssen nach drei bis vier Wochen eine zweite Dosis erhalten, damit die maximale Schutzfunktion erreicht wird, informiert Dr. Detho. Das könne in seiner oder einer anderen Praxis geschehen. Der Senior wird noch über die Nebenwirkungen aufgeklärt, ein leichter Schmerz an der Einstichstelle oder im Arm sei möglich. Auch als privat Versicherter werde er kostenfrei geimpft, Voraussetzung sei allein eine Meldeadresse in der Bundesrepublik, die per Pass nachgewiesen werden müsse. (Von Michael Prochnow)

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