Einblick in die Stadtgeschichte

Neue Chronik des Geschichtsverein geht bereits in die zweite Auflage

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Ein besonderes Exemplar: Geschichtsvereinsvorsitzender Armin Paul überreichte Celine Kleckow (links) und Dr. Katherine Mayer-Voß eine ledergebundene Chronik.

„Unser Obertshausen“ ist ein Verkaufsschlager in der Stadt. Es kommt gleich nach der Bibel – oder welches andere Buch steht in fast 500 Haushalten der „liebenswerten Kleinstadt“?

Obertshausen – Die erste Auflage der neuen, übersichtlich und modern aufgemachten Chronik ist fast vergriffen. Gestern überreichte Armin Paul, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, Exemplare mit schwarzem Ledereinband an Vertreter der Sponsoren des Werkes.

Im Karl-Mayer-Haus begrüßte er die Cousinen Celine Kleckow und Dr. Katherine Mayer-Voß, Enkelinnen des Firmengründers, in dessen Elternhaus sich das Werkstatt-Museum befindet. Die jungen Frauen vertreten die Karl-und-Ruth-Mayer-Stiftung, sie unterstützte die Herausgabe des aktuellen Buches zur Geschichte der einst selbstständigen Gemeinden mit 10.000 Euro.

Die Stiftung fördert auch die Musikschule. Das Erlernen eines Instruments sei ihrem Großvater immer ein Herzensanliegen gewesen, erklärten die Gäste. Heute übernimmt die Stiftung die Stipendien für Nachwuchs-Talente. Daneben fördert die Einrichtung die interkulturelle Beratung, Deutsch-Unterricht für Migranten, Sportprogramme für übergewichtige Kinder, die Ausbildung von autistischen Kindern und die Sonnentauschule, also vorwiegend Hilfe in der Region. „Aber wir sind offen für neue Projekte“, sagte Dr. Mayer-Voß.

Eine weitere Chronik in Leder nahm Bürgermeister Roger Winter entgegen, weil auch die Stadt zur Veröffentlichung beitrug. Es sei wichtig, „die Vergangenheit zu verstehen und die Gegenwart zu reflektieren, um die Zukunft gestalten zu können“. In dem neuen Abriss werden viele Themen behandelt, die in vorausgegangenen Veröffentlichungen noch nicht bearbeitet wurden, darunter die jüngsten Jahrzehnte.

Auch angesichts der bevorstehenden Jubiläen, 950 Jahre Hausen, 40 Jahre Stadtrechte und zehn Jahre Vereinsring, sei es gut, den Ort, den man als Heimat versteht, näher kennenzulernen. Winter dankte allen Mitwirkenden, die Schrift sei eine ideale Gabe für Gäste aus den Partnerstädten und beim Neubürger-Empfang.

Von der „Zeitreise durch unsere Heimat“ sind vor drei Monaten die ersten 500 Exemplare erschienen. Die zweite Auflage soll rechtzeitig zum Museumstag am 19. Mai vorliegen. „Unser Obertshausen“ umfasst 312 Seiten, die innerhalb eines Jahres gefüllt wurden, erinnerte Paul. Vorstandskollege Jochen Roth hat mehr als 300 Bilder eingescannt, viele stammen aus dem Fundus seiner Mutter Helga.

„Trotz einer Durststrecke haben wir an dem Projekt festgehalten“, blickte der Vorsitzende zurück. Fabian und Mareike Bleisinger von Johnny Seven, einem Studio für Grafik und Text in Offenbach, übernahmen Layout und Druck. Die Lederausgaben entstanden dank Ulrich Klünder-Proschitzki. Dessen Bruder, ein Buchbinder „von guter alter Schule“, hatte die Bände in Handarbeit eingefasst.

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Roger Winter kennt ihn, den Standort des ersten Obertshausener Freibads. Es lag direkt hinter der ersten Obertshäuser Mineralwasser-Fabrik an jenem Gelände, auf dem heute das Reisebüro an der Bahnhofstraße steht. Das riesige Becken war wegen des hoch stehenden Grundwassers innerhalb weniger Stunden gefüllt, wissen die Autoren. Die Neubauten rund um die Alexanderstraße konnten darum nicht sehr tief gesetzt werden. Wo aber befand sich das Hausener Schwimmbad? Am Holzsteg, ein Stück Rodau flussabwärts vom Heim des Kleingärtnervereins. Zu- und Abfluss seien noch da, weiß Jochen Roth, man könnte wieder eröffnen.

Von Michael Prochnow

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