Eine flexible Alternative

Hopper für Obertshausen: Debatte im Bauausschuss über ÖPNV-Alternative

Bald womöglich auch in Obertshausen: Im Ostkreis sind die Hopper bereits im Einsatz und erfreuen sich großer Beliebtheit. Archiv: Michael Hoffmann
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Bald womöglich auch in Obertshausen: Im Ostkreis sind die Hopper bereits im Einsatz und erfreuen sich großer Beliebtheit. Archiv: Michael Hoffmann

Für viele Menschen ist der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite möchte man nicht immer mit dem Auto fahren auf der anderen Seite ist die Flexibilität oft eingeschränkt. Eine Alternative könnte nun der Hopper sein, dessen Einführung am Montag im Umwelt-, Verkehr- und Bauausschuss diskutiert wurde.

Obertshausen – Um das Projekt vorzustellen besuchte Andreas Maatz, Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (KVG), den Ausschuss und stellte das Projekt vor: Der Hopper hat keinen vorgegebenen Fahrplan und keinen festen Linienweg. Stattdessen sammele ein Algorithmus die Fahranfragen und erstelle Routen auf Basis des Echtzeitbedarfs.

Im Osten des Landkreises, beispielsweise in Seligenstadt, ist der Hopper bereits seit fast zwei Jahren im Einsatz. Dort gibt es insgesamt rund 1000 echte sowie virtuelle Haltestellen, die engmaschig über das gesamte Gebiet verteilt sind. „Wenn sie also eine Fahrt buchen, müssen sie in der Regel nicht weiter als 200 Meter laufen“, erklärt Maatz. Die Buchung der Fahrt erfolgt im Normalfall über die zugehörige App. Dort kann man die Daten zur gewünschten Fahrt eingeben und bekommt anschließend eine Route vorgeschlagen. Wer keine App nutzen kann oder möchte, habe jedoch auch die Möglichkeit sich telefonisch registrieren zu lassen. Aktuell seien rund 800 Menschen für die telefonische Buchung angemedlet – bei der App hingegen mehrere tausend.

Trotz der Corona-Pandemie sei das Konzept bisher ein Erfolg. „Wir hatten 2020 genau 57 614 Fahrgäste“, berichtet Maatz, „mit dem Start des Systems hatten wir 60 000 Fahrgäste im Jahr prognostiziert – ohne Corona.“

Der Hopper solle jedoch nicht als Konkurrenz zu Bus oder Bahn betrachtet werden. „Wir wollen hier auch neue Kundengruppen für den Umstieg auf den ÖPNV gewinnen.“

Insgesamt verursacht die Einrichtung des Hoppers Kosten von halbjährlich 149 820 Euro bis Ende 2022 sowie bis Ende 2023 die Summe von halbjährlich 74 910 Euro für die Kommune. Ermittelt wurde diese Summe mit einem recht einfachen Berechnungsschlüssel. Dieser kalkuliert sich bis Ende 2022 mit einem Euro pro Einwohner und Monat. Ab 2023 soll der Beitrag auf 50 Cent gesenkt werden. Das verbleibende Defizit wird dann über die KVG und damit über den Kreishaushalt finanziert. „Wir wollten einen möglichst einfachen Schlüssel, damit man verlässlich planen kann“, sagt Maatz und stellt die Kosten in Relation. „Bei der Einführung eines neuen Stadtbusses wären die Aufwendungen erfahrungsgemäß mit rund 1 Million im Jahr mindestens genauso hoch.“ Zudem ist eine Unterstützung zur Finanzierung des Hopper unter anderem durch Fördergelder von Bund und Land zumindest bis Ende 2024 vorhanden.

Wegen der Planbarkeit, hat die Stadt die Finanzierung auch bereits im Haushalt bedacht, wie Michael Möser, Erster Stadtrat, erläutert. „Man muss sich halt die Frage stellen: Was ist einem der ÖPNV heute und in Zukunft wert?“, sagte Maatz. Insgesamt entschied sich der Bauausschuss einstimmig für die Bereitschaft den Hopper einzuführen. Final müsse dies jedoch noch in der Stadtverordnetenversammlung am 2. Juni beschlossen werden. (Von Jan Max Gepperth)

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