Erster historischer Roman

Eintauchen in eine andere Welt

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Bei einer Lesung in der Stadtbücherei in der Kirchstraße stellte die Obertshausenerin Stephanie Kämmerer (links) ihren ersten historischen Roman vor. Zudem signierte sie einige Exemplare.

Obertshausen - Das Erstlingswerk von Stephanie Kämmerer ist nicht eben kurz geraten. 746 Seiten umfasst der erste Roman der Obertshausenerin, der den Titel „Frage nicht nach morgen“ trägt und den sie unlängst bei einer Lesung in der Stadtbücherei Obertshausen vorgestellt hat, die das Büchereiteam zusammen mit dem Büchertreff Obertshausen organisiert hatte. Von Christina Schäfer 

In dem historischen Roman, für den die heute 32-Jährige während ihres Studiums auf mehreren Exkursionen in Speyer recherchiert hat, geht es um die Freundschaft zwischen dem Juden Ephraim und dem Christen Heinke. Die beiden müssen ihre Freundschaft geheim halten. Denn: Mit dem Ausbruch der Pest 1349 in Speyer werden auch Anschuldigungen gegen Juden laut. Und dann gibt es auch noch eine Liebesgeschichte in einer Zeit, die von Schwierigkeiten, Verrat und Verfolgung gekennzeichnet war.

Veröffentlicht hat die Obertshausenerin das Buch unter ihrem Geburtsnamen Sorhage. Das hat auch seinen Grund: Als sie „Frage nicht nach morgen“ schrieb, war sie noch nicht verheiratet – und so bleibt ihr alter Name noch weiter bestehen. Mit dem Roman hat sich Stephanie Kämmerer, die als Lehrerin an der Hermann-Hesse-Schule arbeitet, einen Traum verwirklicht. „Ich wollte schon immer ein Buch schreiben, in meiner Jugend mangelte es allerdings an der Geduld“, erklärt die 32-Jährige. „Und die Fingerfertigkeit fürs Schreiben kam erst mit dem Studium.“ Die ersten Ideen hatte sie indes früh im Kopf. „Schreiben ist für mich eine Flucht aus dem hier und jetzt.“

Deutsch, Geschichte und Französisch studiert

Ihren Hang zum Historischen will Stephanie Kämmerer nicht abstreiten, hat sie doch Lehramt auf Deutsch, Geschichte und Französisch studiert. „Es ist eine andere Welt, in die man eintaucht.“ Kein Wunder also, das ihr erstes Buch ein historischer Roman ist. Und dabei merkt der Leser, dass die Themen aus vergangenen Zeiten gar nicht so verschieden zu den heutigen sind. In ihrem Buch schreibt Stephanie Kämmerer von Machtinteressen und Diskriminierung – in ihrer stärksten Form. „Heute nennt man es Mobbing“, erklärt die Lehrerin, die sich nun auch der Schriftstellerei verschrieben hat.

Die Obertshausenerin ist nah an den Protagonisten ihres Buches dran: „Es ist spannend, die einzelnen Charaktere zu recherchieren und zu beschreiben.“ „Die Geschichte ist fiktiv, aber so hätte es gewesen sein können“, betont die Autorin. Einem Klischee wollte sie in dem Roman nicht folgen. Dennoch möchte sich die junge Autorin nicht auf ein Genre festlegen. Sie hat schon längst nachgelegt. Und dem historischen Werk folgte ein Fantasy-Jugendroman. Ein weiterer ist in Arbeit.

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Für das vierte Buch, einen historischer Kriminalroman, hat Stephanie Kämmerer schon Ideen gesammelt. „Heute arbeite ich ein bisschen strukturierter“, erzählt die Autorin, die weiß, was sie will. „Die Figuren sprechen nicht mit mir, ich baue sie.“ Dabei folgt die 32-Jährige dem Motto, dass das Buch nicht in der Schublade landen sollte. „Frage nicht nach morgen“ ist bereits vor einigen Monaten als E-Book erschienen, jetzt kann der Roman von Stephanie Sorhage, der im Paramon-Verlag erschienen ist. für 16,80 Euro auch in gedruckter Form erworben werden.

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