Elektromobilität im Städtchen

Auftanken per Stecker

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Obertshausen - Die Junge Union Obertshausen (JU) hat einen Plan. Sie will die Elektromobilität im Städtchen vorantreiben. Dazu sucht sie sich Unterstützung vom Energieversorger Maingau GmbH. Von Lena Marie Jörger 

„Um den Bestand an Elektroautos zu fördern und der Bevölkerung zu zeigen, dass dies die Mobilität der Zukunft ist, müssen wir uns darum bemühen, Elektroladestationen an zentralen Plätzen zu errichten“, erläutert Sascha Roth, stellvertretender Vorsitzender der JU die Idee. Bislang begegnen einem auf deutschen Straßen eher selten strombetriebene Autos. Nur 8522 der 3,04 Millionen Neuwagen, die 2014 neu zugelassen wurden, waren nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes E-Autos. Obwohl immer mehr Hersteller Modelle mit Elektroantrieb auf den Markt bringen, herrscht in der Bevölkerung noch Skepsis.

„Das ist eine Sache von Angebot und Nachfrage“, argumentiert JU-Sprecherin Angelika Heß. „Ich würde mir auch kein Elektroauto kaufen, wenn ich keine Steckdose in der Nähe hätte. Wenn das der Fall ist, überlegt man es sich aber vielleicht.“ Mit den Ladestationen wolle man Anreize für die Menschen schaffen, sich ein E-Bike oder -Auto zuzulegen. Gemeinsam mit der Maingau habe man überlegt, wie sich dies umsetzen lasse. Als geeignete Stelle wurde bei einer Ortsbegehung der Bahnhof auserkoren. Genauer der Platz neben dem Café, das im ehemaligen Bahnhofsgebäude entstehen soll. Mit dem Betreiber habe man zwar noch nicht gesprochen, „aber da ist bestimmt noch Platz“, sagt JU-Sprecherin Angelika Heß. Zwei Ladestationen für Elektroautos und mehrere für Elektrofahrräder könnten dort entstehen. Der Strom dafür soll größtenteils aus einer Solaranlage gewonnen werden. Diese könnte auf dem Dach der Fahrradstellplätze installiert werden. Denkbar sei auch ein Carsharing-Angebot mit E-Fahrzeugen, ergänzt Heß. „Erst mal müssen wir aber schauen, ob sich ein Autoverleih findet, der mitmacht.“ Entsprechende Gespräche hätten bisher noch nicht stattgefunden.

Verstehen Sie E- Mobilität?

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So oder so, die Kosten würde die Maingau übernehmen, teilte Heß mit. Momentan rechne man mit etwa 10.000 bis 15.000 Euro – die Errichtung der Solaranlage, die der Energieversorger ebenfalls zahlt, sei noch nicht eingerechnet. Sei die Anlage erst einmal in Betrieb, soll sie, so die Hoffnung, die Stromkosten decken. Noch sind die Ladestationen nur ein Wunsch der JU. Im Februar werde die CDU aber einen entsprechenden Antrag ins Stadtparlament einbringen, „damit das Vorhaben geprüft und anschließend hoffentlich freigegeben werden kann“, sagt die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrike Sieger-Koser. Im Februar will die Junge Union den Bürgern die Pläne vorstellen und ihnen das Thema Elektromobilität näherbringen. Bislang gibt es in Oberts- hausen eine Ladestation für E-Autos. Sie ist am I-Motel an der Birkenwaldstraße zu finden.

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