Haltestelle soll Sicherheit für Kinder erhöhen

„Elterntaxis“: Ohne Rücksicht bis zur Tür

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Zwei Elternhaltestellen liegen direkt am Schuleingang neben den Lehrerparkplätzen, drei weitere sind in der ehemaligen Bushaltebucht (links) ein Stück weiter ausgeschildert.

Obertshausen - Allmorgendlich sorgen „Elterntaxis“ für gefährliche Situationen vor der Eichendorff-Schule. Das sollen ab sofort spezielle „Elternhaltestellen ändern. Von Thomas Holzamer 

Autos von links, Autos von rechts und dazwischen huschen zahllose Kinder umher, die mit ihrem Schulranzen auf dem Rücken in Richtung der großen Eingangstür an der Schulstraße strömen. Dort vor der Joseph-von-Eichendorff-Schule geht es zum Unterrichtsbeginn und nach der letzten Stunde regelmäßig chaotisch zu – wie auch vor so ziemlich allen anderen Schulen Stadt. Dabei kann es vielen Eltern, die ihre Kinder allmorgendlich zur Schule bringen und mittags wieder abholen, gar nicht nah genug ans Gebäude herangehen, und das trotz kurzer Wege. Dass die Fahrt direkt durchs Gewusel vor dem Eingang derweil andere Kinder gefährdet, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Roller zur Schule kommen, wird dabei gerne vergessen oder gar ignoriert.

Da es in der Vergangenheit durch die „Elterntaxis“ vor der Joseph-von-Eichendorff-Schule regelmäßig zu gefährlichen Situationen für die Schulkinder kommt, hat die Verkehrsbehörde der Stadt Obertshausen nun reagiert und in Abstimmung mit der Schulleitung testweise „Elternhaltestellen“ an der Schulstraße eingerichtet. Diese gelten seit Anfang der Woche und sind zunächst für ein Halbjahr geplant, teilt Bürgermeister Roger Winter mit. So sollen die Haltepunkte etwas abseits des Haupteingangs den Andrang vor dem Tor entzerren und so für mehr Sicherheit sorgen. Denn gerade an dieser Stelle entstehen durch das Missachten der absoluten Halteverbote sowie das Halten und Parken in zweiter Reihe oder sogar neben und auf den Fußgängerüberwegen regelmäßig brenzlige Situationen.

Zwei der neuen Elternhalte befinden sind nun an den Lehrerparkplätzen, drei weitere in der ehemaligen Bushaltebucht ein paar Meter die Straße hinunter. Ausgeschildert sind sie als zeitlich befristete Halteverbote, ein Zusatzschild weist die Plätze als „Elternhaltestelle“ aus. Zu den dort angegeben Zeiten – 7.30 bis 8 Uhr und 11.30 bis 13.15 Uhr – ist das kurzzeitige Parken dem Hol- und Bringverkehr für die Schüler vorbehalten, informiert die Verwaltung. Nach Auswertung der Testphase wollen die Verantwortlichen dann über eine dauerhafte Regelung entscheiden.

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Gleichzeitig appelliert der Rathauschef an die Vernunft der Erwachsenen: „Wir wünschen uns, dass die Eltern diese Haltestellen annehmen und so dazu beitragen, die Gefahren zu reduzieren.“ Besser wäre es jedoch, ganz auf die tägliche Fahrt zu verzichten, da diese sowohl die Entwicklung der Selbstständigkeit, als auch der Verkehrskompetenz der Grundschüler verhindere. Stattdessen sollten die Eltern mit den Kindern ein Schulwegtraining machen, rät die Stadt. Denn das tägliche Laufen fördere die Bewegungsfähigkeit der Kinder, mache munter und stärke auch das Umweltbewusstsein.

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