Käufer für alten Bahnhof gefunden

Endlich winkt neues Leben

+
Nach langen Verhandlungen hat der Magistrat einen Käufer für den alten Bahnhof gefunden, der dort ein Bistro-Café und Büro-Räume einrichten will. Jetzt entscheidet das Stadtparlament.

Obertshausen - Für den Dornröschenschlaf des seit Jahren leerstehenden Obertshausener Bahnhofsgebäudes ist ein Ende in Sicht. Von Karl-Heinz Otterbein

Der Magistrat will der in Obertshausen ansässigen WIBU GmbH das Gebäude verkaufen, die darin unter anderem ein Bistro-Café und Büro-Räume einrichten will.

„Der Magistrat ist nach langen Verhandlungen mit der WIBU GmbH über einen Verkauf des Gebäudes handelseinig geworden und wird dem Stadtparlament vorschlagen, dem Unternehmen den Zuschlag zu erteilen“, erläuterte Erster Stadtrat Hubert Gerhards gestern auf Anfrage. „Ob das Parlament über die Vorlage bereits in seiner nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag darüber entscheidet, steht aber noch nicht fest“.

Stadtverordneten-Versammlung das letzte Wort

Er habe es versäumt, die Vorlage fristgerecht in den Geschäftsgang zu geben, räumte der Erste Stadtrat ein. Daher müsse das Stadtparlament zunächst entscheiden, ob es die Vorlage als Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung seiner Sitzung am 23. Mai nehme. Sollte dies der Fall sein, könnte die Entscheidung noch in dieser Sitzung fallen. Wenn nicht, müsste das Stadtparlament voraussichtlich in seiner Sitzung am 4. Juli eine Entscheidung treffen.

„Da es um einen geplanten Grundstücksverkauf geht, hat die Stadtverordneten-Versammlung das letzte Wort“, erläuterte der Erste Stadtrat. „Der Magistrat kann hier nur eine Beschlussempfehlung geben.“

Mit ihrem zweiten Bahnhofsfest wollten Obertshausener SPD und Bündnisgrüne Druck auf die Stadtverwaltung machen, damit diese den Verkauf des seit Juni 2006 im Besitz der Stadt befindlichen alten Bahnhofsgebäudes an einen privaten Investor nach jahrelangen Verhandlungen unter Dach und Fach bringt.

Gerhards zufolge hat die WIBU GmbH für das seit Juni 2006 der Stadt gehörende Bahnhofsgebäude einen Kaufpreis von 70.000 Euro geboten und will es für einen erheblich größeren Betrag sanieren und dann wieder mit neuem Leben erfüllen. Seine Pläne hatte das Unternehmen im Februar 2012 in einer Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschusses vorgestellt. Damals hatte auch ein weiterer Investor seine Vorstellungen von einer neuen Nutzung des Bahnhofsgebäudes präsentiert, der allerdings nicht zum Zuge kommt.

Nach den Plänen der WIBU GmbH soll im Erdgeschoss des Gebäudes unter anderem ein Bistro-Café eingerichtet werden, im Obergeschoss und Dachgeschoss sind Büroräume geplant.

Gerhards zufolge erarbeitet das Unternehmen derzeit baugenehmigungsfähige Unterlagen für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude.

Kritik an der langen Dauer zwischen Erwerb des Bahnhofsgebäudes durch die Stadt und dessen geplanten Verkauf an einen privaten Investor üben die oppositionellen Sozialdemokraten und Bündnisgrünen, die am Samstag zum zweiten Mal ein Bahnhofsfest auf dem Gelände am Bahnhof feierten.

Schlüssiges Nutzungskonzept

Mit dem Fest wolle die Opposition Druck auf die Stadtverwaltung machen, damit endlich etwas geschehe und nicht nur vieles angekündigt werde.

„Wir sehen es als kleinen Erfolg der rot-grünen Initiative an, dass der Magistrat der Stadt nun eine Vorlage in die Ausschüsse und in die Stadtverordneten-Versammlung bringt“, so Grünen-Vorsitzender Dr. Klaus-Uwe Gerhardt in einer gemeinsamen Pressemitteilung von SPD und Bündnisgrünen. Allerdings habe die Magistratsvorlage gravierende Mängel. So fehlten die verbindliche Zusage zur gastronomischen Nutzung und ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung.

Erfreut zeigten sich hingegen die Fraktionsvorsitzenden von CDU und „Bürgern für Obertshausen“, Robert Huber und Rudolf Schulz, über den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. In der WIBU GmbH sei es gelungen, ein Unternehmen aus Obertshausen für den Erwerb des Bahnhofs zu gewinnen. Die Unternehmer seien hier bekannt, sie hätten ein schlüssiges Nutzungskonzept vorgestellt und sie seien auch in der Lage, die grundhafte sanierung des Gebäudes wirtschaftlich zu stemmen. Damit finde die Umgestaltung des S-Bahnhaltepunktes Obertshausen einen erfolgreichen Abschluss.

CDU und „Bürger“ hofften nun auf eine zügige Sanierung und Neugestaltung des alten Bahnhofs durch die Investoren.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare