Diese Köpfe sollen nach Bürgermeinung ins Rathaus

Nach der Kommunalwahl: Die größten Listen-Hüpfer

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Obertshausen - Die Stimmen sind gefallen: Durchs Kumulieren und Panaschieren sehen die Kandidaten, wo sie bei Bürgern wirklich stehen. Die größten „Hüpfer“ vom Mittelfeld direkt ins Parlament: CDUler Lukas Kreher und Werner Friedrich von der SPD. Von Eva-Maria Lill 

Die Christdemokraten haben zudem ihren bisherigen Fraktionschef Anthony Giordano einstimmig bestätigt. Nur weil ein Kandidat auf der Liste seiner Partei Führungsluft schnuppert, heißt das nicht, dass ihn Bürger mögen. Ihren Marktwert sehen Politikköpfe am ehesten, wenn sie einen Blick auf kumulierte und panaschierte Stimmen werfen. Da kann’s schonmal passieren, dass jemand aus dem Mittelfeld weit nach oben springt. So zum Beispiel Lukas Kreher.

Werner Friedrich, SPD: „Ich nehme die Wahl an. Ich habe damit gerechnet, hochzurutschen. Aber nicht damit, dass es so weit nach oben geht.“

Die Wähler katapultierten den stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen Union von Platz 17 auf sieben – und somit ins Parlament. „Ich habe Wurzeln in Hausen und Obertshausen, bin ein Feind des Stadtteil-Gedankens“, sagte der 23-Jährige. Auch sein Engagement in zahlreichen Vereinen habe zum Erfolg geführt – vielleicht sogar seine Bekanntheit als Lederbaron. Platz 17 sei bereits ein Lob für seine Arbeit gewesen – immerhin ist Kreher erst seit drei Jahren aktiv bei der CDU dabei. Dass es dann mit Wählerwunsch so weit für ihn nach oben geht, ist für ihn eine Überraschung.

Lukas Kreher, CDU: „Mein gutes Ergebnis zeigt, dass sich politisches Engagement auch für junge Leute lohnt. Ich bin stolz auf das Vertrauen.“

Ebenfalls unter den ersten zehn CDUlern landete Erster Stadtrat Hubert Gerhards. Er wird auf den Platz im Parlament verzichten, um weiter hauptamtlich walten zu können. Bereits am Montagabend bestätigten die Christdemokraten auf ihrer Sitzung Anthony Giordano einstimmig als Fraktionschef. „Das Vertrauen ehrt mich“, sagte der Spitzenkandidat. Auch bei der SPD gibt es einen gewaltigen Springer. Werner Friedrich wurde von Rang 18 auf sechs kumuliert. Bereits 2011 hatten ihn die Wähler von ziemlich weit unten nach ziemlich weit oben geschossen. Damals verzichtete der Vdk-Vorsitzende aber wegen Streitigkeiten auf den Sitzplatz im Parlament. „Das liegt in der Vergangenheit, ich freue mich auf die Aufgaben“, verdeutlichte Friedrich.

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