Für den Erhalt gekämpft

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„Die Grundschulzeit ist nun vorbei“ sang die Klasse 4b und überreichte anschließend Rosen.

Obertshausen ‐ Mit der Verabschiedung ihrer Konrektorin geht ein weiteres Stück Friedrich-Fröbel-Schule. Die letzten beiden Klassen, die mit Marga Winter in die Waldschule umgezogen waren, sagten der Konrektorin nun Lebwohl. Von Michael Prochnow

Die Pädagogin geht nach mehr als 40 Dienstjahren in Pension. Zu Ehren der engagierten Lehrerin hatte die Schulgemeinde in der Aula ein fröhliche Feier organisiert, die aber auch mit ernsten Worten gewürzt war. Die Schließung der traditionsreichen Schule im Herzen Hausens habe sie „wahnsinnig viel Kraft gekostet“, blickte Winter zurück auf ein „Sterben auf Raten“. Sie habe sich als „Leiterin einer Schule gefühlt, die keine mehr war“. Die Konrektorin hatte den Umzug abwickeln müssen: Da aber für Personal einer schließenden Einrichtung keine Beförderungen mehr ausgesprochen werden dürfen, blieb ihr ein Aufstieg verwehrt.

Die letzten Fröbelschulkinder verabschiedeten sich mit „Circle Of Life“ aus dem „König der Löwen“.

Die Atmosphäre, die sie in der Waldschule vorgefunden habe, beschrieb sie als angenehm und herzlich. Sie lobte den offenen Umgang im Kollegium. Dabei bewertete sie die „Unterrichtsversorgung Plus“ zwar als sinnvoll, zugleich aber als „aufgeplusterten Verwaltungsakt“. Noch weniger Gnade fanden in ihren Augen bei einem Rückblick auf ihre „Schulzeit“ die antiautoritären Strömungen der 68er-Jahre.

Nach dem Abitur an der Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach hatte Marga Winter in Frankfurt studiert, ihr erstes Staatsexamen legte sie in München ab, das zweite in Bonn. Von 1973 an unterrichtete sie an der Obertshausener Joseph-von-Eichendorff-Schule, nach einer Erweiterungsprüfung zog es sie nach London.

Zurück in der Heimat ging sie an die Fröbelschule, wo sie 1995 zur Konrektorin ernannt wurde. Gemeinsam mit Eltern und Schülern habe sie für deren Erhalt und die „Vorteile eines kleinen Systems“ gekämpft, zollte ihr Schulamtsdirektor Günter Rupp Respekt: „Jeder hätte verstanden, wenn sie die Brocken hingeworfen hätte.“ Stattdessen habe sie sich „als wichtiger Teil eines großen Ganzen“ eingebracht und engagiert.

Auch Bürgermeister Bernd Roth würdigte, dass sie „die Chance erkannt“ und zugunsten der Kinder nicht den Kopf in den Sand gesteckt habe. Waldschul-Chef Günter Kaspar führte mit ihr ein „Lernentwicklungsgespräch“ und bescheinigte ihr heiter allerlei neue Fähigkeiten.

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