Bau von 15 Eigenheimen geplant

Erschwinglicher Wohnraum in der Stadtmitte

Auf dem Grundstück zwischen Otto-Wels- und Alexanderstraße sollen ab dem kommenden Frühjahr elf Reihenhäuser (Nummern 1-11) sowie vier etwas größere Doppelhaushälften (Nummern 12-15) entstehen. Bei der Vergabe werden junge Familien aus Obertshausen bevorzugt.
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Auf dem Grundstück zwischen Otto-Wels- und Alexanderstraße sollen ab dem kommenden Frühjahr elf Reihenhäuser (Nummern 1-11) sowie vier etwas größere Doppelhaushälften (Nummern 12-15) entstehen. Bei der Vergabe werden junge Familien aus Obertshausen bevorzugt.

Obertshausen - Familien, die auf der Suche nach bezahlbarem Wohneigentum sind, haben es auch in Obertshausen nicht leicht. Zwischen Otto-Wels- und Alexanderstraße sollen nun 15 neue Häuser entstehen. Von Thomas Holzamer

Den Traum vom eigenen Häuschen hegt so mancher, doch rückt dieser Wunsch bei vielen jungen Familien angesichts des derzeit nahezu leer gefegten Marktes und den damit einhergehenden steigenden Preisen nicht selten in unerreichbare Ferne. Dass die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt, ist auch in Obertshausen zu spüren. Da war es nicht verwunderlich, dass die Sitzreihen beim Infoabend der Dr. Carl und Ellen Klöss Stiftung voll waren.

Auf deren rund 3700 Quadratmeter großem Grundstück zwischen der Otto-Wels- und Alexanderstraße sollen bereits im kommenden Jahr mehrere Häuser entstehen – bevorzugt für junge Familien aus Obertshausen, wie der Stiftungsvorsitzende Bernd Roth erläutert (wir berichteten). Bereits die Ankündigung im vergangenen Jahr hatte für zahlreiche Anfragen interessierter Käufer gesorgt.

Inzwischen ist aus dem Vorhaben ein detaillierter Plan geworden, für den sich die Stiftung die Weisenburger Projekt GmbH aus dem baden-württembergischen Rastatt mit ins Boot geholt hat.

Die will auf dem Areal insgesamt elf Reihenhäuser und vier Doppelhaushälften bauen, wie deren Vertreter Christoph Grätz erläutert. Der Baubeginn ist für das kommende Frühjahr geplant.

Vermarktet werden die Häuser von Harald Lotz, Geschäftsführer der Plan i Immobilien GmbH, der auch als Ansprechpartner für die Interessenten fungiert. Die Gebäude mit unterschiedlichen Ausstattungen und Wohnflächen zwischen 125 und 159 Quadratmetern Fläche zeichnet jedoch eine Besonderheit aus: Der Verkauf erfolgt nach dem Erbbau-Prinzip.

Dabei bleibt das in Einzelparzellen aufgeteilte Gesamtgrundstück Eigentum der Stiftung, die dafür von den künftigen Besitzern einen jährlichen Erbpachtzins erhält. Diese kaufen das Haus und das dazugehörige Erbbaurecht, das zunächst für 99 Jahre gilt und den künftigen Hausbesitzern nahezu die gleichen Rechte einräumt wie einem normalen Grundstückseigentümer, erläutert der Obertshausener Notar Marcel Schator. Zumal sich das Erbbaurecht ebenso wie ein Grundstückseigentum später verkaufen lässt.

Für das Erbpacht-Prinzip habe sich der Vorstand vor allem wegen des Stiftungszwecks entschieden, erläutert der stellvertretende Vorsitzende Uwe Gerhards. Denn der Verkauf hätte für die Stiftung keinen Sinn gemacht. Sie ist nach dem Stiftungsrecht angehalten, mit dem ihr anvertrauten Vermögen Überschüsse zu erwirtschaften, die dann zur Unterstützung sozialer Zwecke verwendet werden sollen, erläutert Gerhards.

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Dem vom Stiftereherpaar Klöss verfügten Zweck, Kinder und junge Familien in Obertshausen zu unterstützen, will der Vorstand auch beim Verkauf der Häuser Rechnung tragen. Gibt es – was der Fall sein dürfte – mehr Interessenten als Häuser, werden ortsansässige Familien bevorzugt, kündigt Gerhards an. Eigens dafür hat der Vorstand Vergaberichtlinien beschlossen. Dabei erhalten die Bewerber beispielsweise Punkte, wenn sie aus Obertshausen kommen, Kinder haben oder schwerbehinderte Angehörige pflegen. Auch für das ehrenamtliche Engagement in einer Hilfsorganisation gibt es zusätzliche Zähler. Liegen später mehrere Interessenten nach Punkten gleichauf, erhalten Bürger aus Obertshausen den Vorzug. Herrscht auch unter diesen Punktgleichheit, entscheide das Los. Bedingung sei jedoch stets, dass die Käufer selbst in das Haus einziehen und nicht bereits weiteres Wohneigentum besitzen, betont er.

Darüber hinaus sollen junge Familien auch mit einer Ermäßigung beim Erbpachtzins unterstützt werden. Der liegt grundsätzlich bei 4,5 Prozent – ausgehend von 420 Euro je Quadratmeter Grundstücksgröße. Der offizielle Bodenrichtwert in diesem Gebiet liegt derzeit bei 480 Euro je Quadratmeter. Eltern bekommen je Kind unter 18 Jahren 0,5 Prozent Ermäßigung, maximal 1,5 Prozent.

Alle Infos zum Projekt, den Vergaberichtlinien und der Dr. Carl und Ellen Klöss Stiftung finden Interessierte auf kloess.gweb.de.

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