Als die Pizza in die Stadt kam

Erste Führung des Obertshausener Heimat- und Geschichtsvereins nach dem Corona-Lockdown

Gespickt mit lustigen Anekdoten und persönlichen Erinnerung führt Thomas Zeiger vom Heimat- und Geschichtsverein die Interessierten durch die Stadt.
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Gespickt mit lustigen Anekdoten und persönlichen Erinnerung führt Thomas Zeiger vom Heimat- und Geschichtsverein die Interessierten durch die Stadt.

Ein flotter Spruch hier, eine lustige Anekdote da. Lange haben Thomas Zeiger und Klaus Scheitler vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) darauf gewartet, doch nun können sie endlich wieder mit ihren Stadtführungen durch die historischen Teile von Obertshausen beginnen. Und vor allem dem ehemaligen Lehrer Zeiger merkt man an, dass er es vermisst hat sein Wissen an Interessierte weiterzugeben.

Obertshausen - In der kürzlich stattgefundenen Führung durch den Stadtteil Obertshausen gewährt der gebürtige Obertshausener vor allem Einblicke in die Veränderungen der Infrastruktur. Treffpunkt ist am Meiniger Platz direkt am Bahnhof. Dieser steht auch gleich zu Beginn im Fokus der insgesamt gut eineinhalbstündigen Stadtführung. Zeiger, der von Scheitler bei der Führung mit der Präsentation von Fotos unterstützt wird, berichtet von den Veränderungen, die die Region um den Bahnhof erlebt hat. Das Stationsgebäude des Bahnhofs wurde Ende des 19. Jahrhunderts, vermutlich zwischen 1896 und 1897, gebaut. Das Gebäude selbst ist, so mutmaßt Zeiger, aus Einsparungsgründen, nach den gleichen Bauplänen aufgebaut worden, wie alle anderen der gesamten Rodgaubahn.

Während der Pensionär die Geschichte des Gebiets anschaulich erzählt, verliert er sich bei seiner euphorischen Berichterstattung in der einen oder anderen Anekdote. So berichtet er von der ersten Pizzeria, die sich unweit des heutigen Bahnhofs befunden hatte. „Das Wort Pizza war für uns damals ja ein Fremdwort“, erinnert er sich. „Aber ich kann mich dran erinnern, dass sie echt lecker war.“ Anschließend führt er die Geschichtsinteressierten, die sich alle im Vorhinein beim HGV angemeldet hatten, vom Bahnhof über die Lessingstraße; über Kirchstraße und Herz Jesu bis zur Bahnhof- und Wilhelmsstraße. Immer wieder bleibt das Grüppchen stehen und lauscht den Veränderungen in der Infrastruktur. Die Zuhörer erfahren wo früher welches Geschäft, wer mit wem verwandt war und den ein oder anderen amüsanten Spitznamen der Alteingesessenen – alles gespickt mit lustigen und zum Teil persönlichen Erinnerungen. Es ist schade zu sehen, was alles kaputt geht“, resümiert Zeiger im Anschluss an die Führung. „Daher versuchen wir den Leuten das näher zu bringen, was früher einmal war.“

Und das scheint zu funktionieren, wie Christel Eimecke erzählt. Die gebürtige Braunschweigerin hat bereits das zweite Mal an einer Führung der HGV teilgenommen und zeigte sich sichtlich begeistert. „Er erzählt das immer so schön“, fasst sie die Führung zusammen. Die nächste Stadtführung durch den Stadtteil Obertshausen findet am Freitag, 6. August, von 15 bis 17 Uhr statt. Für den Stadtteil Hausen ist eine Führung für Sonntag, 8. August, von 10 bis 12 Uhr geplant. Anmelden kann man sich online auf der Seite des Vereins. (Jan Max Gepperth)

Infos

event.hgv-obertshausen.de/fuehrungen/

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