Erster Einsatz für Januar geplant

Kampf gegen Raser: Neuer „Superblitzer“ nach drei Jahren Wartezeit da

Den neuen „Enforcement Trailer“ haben sich Erster Stadtrat Michael Möser (von links), Ordnungspolizist Jan Messow, Fachbereichsleiterin Cornelia Knoke und Bürgermeister Manuel Friedrich bereits angesehen.
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Den neuen „Enforcement Trailer“ haben sich Erster Stadtrat Michael Möser (von links), Ordnungspolizist Jan Messow, Fachbereichsleiterin Cornelia Knoke und Bürgermeister Manuel Friedrich bereits angesehen.

Beantragung, Ausschreibung und Lieferzeiten – rund drei Jahre sind vergangen, seit Obertshausens Erster Stadtrat Michael Möser 2017 den Wunsch der Stadtverwaltung vorgestellt hatte, einen sogenannten Enforcement Trailer, einen Blitzer-Anhänger, anzuschaffen.

Obertshausen – Nun ist es endlich soweit: Obertshausens neueste Waffe im Kampf gegen Raser ist geliefert und wartet auf ihren ersten Einsatz. Der soll nach der Schulung der städtischen Ordnungspolizisten im Umgang mit dem Hightech-Gerät im Januar erfolgen. Einen Blick auf das gute Stück, dessen Neuanschaffung ihm viel Geduld abverlangt hatte, hat Möser gemeinsam mit Fachbereichsleiterin Cornelia Knoke und Bürgermeister Manuel Friedrich aber bereits jetzt geworfen. Denn, dass es letztlich drei Jahre dauern würde, hätte sich der Erste Stadtrat damals wohl nicht träumen lassen.

Blitzer für Obertshausen (Kreis Offenbach): Mehrere Standorte für Jagd auf Raser genehmigt

So war das wichtigste Kriterium für den Einsatz – und damit die Antwort auf die Frage, ob sich die Anschaffungskosten im sechsstelligen Bereich lohnen – die Genehmigung der vorgesehenen Standorte durch die Hessische Polizeiakademie. Und diese hatte sich aus Sicht der Stadtverwaltung quälend lang gezogen, nicht zuletzt, weil dort lediglich zwei Beamte für die Genehmigung aller Standorte im Land zuständig seien.

„Alles in allem haben wir 33 Standorte beantragt, von denen bisher lediglich ein Teil genehmigt wurde“, erläutert Cornelia Knoke. Man sei jedoch weiterhin dabei, über die Geschwindigkeitsanzeigetafeln weitere Messergebnisse zu ermitteln, um auf deren Grundlage dann weitere Standorte beantragen zu können. Abhängig sei die Stadt an dieser Stelle jedoch von der Polizeiakademie, erläutert Möser. Denn, sobald der Trailer für seinen Einsatz am Straßenrand aufgestellt werde, gelte dieser als feste Anlage zur Geschwindigkeitskontrolle, die jeweiligen Standort somit als genehmigungspflichtig. „Einen Vorteil hat uns die Lieferung erst jetzt allerdings gebracht“, sagt Möser und schmunzelt. Durch die aktuelle Senkung der Mehrwertsteuer habe die Stadt einiges an Geld gespart. So wurden statt der im Haushalt eingeplanten 170 000 nun nur rund 135 000 Euro fällig.

Neuer Blitzer im Kreis Offenbach: Rund um die Uhr auf der Jagd nach Rasern

Der neue Blitzer bietet zahlreiche Vorteile gegenüber dem mobilen Gerät, das sich die Stadt mit der Nachbarkommune Heusenstamm teilt, weiß Ordnungspolizist Jan Messow. So kann er nach der Einrichtung am Einsatzort dort bis zu einer Woche autark im Einsatz sein – und das rund um die Uhr und bei jeder Witterung. „Unsere aktuelle Kamera braucht dagegen nahezu helles Tageslicht, um verwertbare Aufnahmen zu machen“, erläutert er. Das mache den Einsatz bei Dunkelheit oder starker Bewölkung unmöglich. Zwar lasse sich an das acht Jahre alte Gerät vom Typ Leivtec XV3 auch ein Blitz anschließen, dieser müsse jedoch genau auf den Schärfepunkt der Kamera ausgerichtet werden, was zeitaufwendig sei. Zudem komme es gerade bei breiteren Straßenabschnitten nicht selten dazu, dass Fahrzeuge seitlich aus dem Lasermeßstrahl herausfahren.

Ein Problem, das das hochmoderne Anhänger-System nicht habe: „Das Gerät legt ein Lasergitter über die gesamte Fahrbahn und erfasst Fahrzeuge bereits in 70 Metern Entfernung“, informiert Messow. Bis zu drei Fahrspuren lassen sich so abdecken, was etwa auch den Einsatz auf der B 448 erlaube. Zudem liefere die neue Kamera auch bei Dunkelheit gestochen scharfe Bilder. Diese schickt die Anlage vollautomatisch direkt an den zentralen Server.

Neuer Blitzer gegen Raser - Gegen Vandalismus und Diebstahl geschützt

Mit seiner massiven Bauweise und einem Gewicht von rund 1,3 Tonnen ist der Trailer zudem gegen Vandalismus und Diebstahl geschützt. Eingebaute Sensoren registrieren sowohl Feuer als auch Erschütterrungen – etwa wenn auf das Gerät eingeschlagen wird – und schlagen über eine direkte Aufschaltung Alarm. „Der Hänger lässt sich zudem bis auf den Boden absenken, sodass man auch nicht mit einem Gabelstapler darunter kommt“, demonstriert der Ordnungspolizist die Funktion. Wegen des großen Gesamtgewichtes fungiert der leise surrende Elektromotor gleichzeitig auch als „Mover“, mit dem sich der Anhänger am Einsatzort rangieren lässt. (Von Thomas Holzamer)

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